Rekordjahr 2025: 299.000 Wärmepumpen verkauft#

Nach einem schwachen Jahr 2024 (193.000 Einheiten) hat sich der deutsche Wärmepumpen-Markt 2025 stark erholt. Laut Absatzstatistik des Bundesverbands Wärmepumpe wurden 2025 rund 299.000 Heizungs-Wärmepumpen in Deutschland abgesetzt. Das entspricht einem Plus von 55 Prozent gegenüber 2024 und ist damit der bislang zweithöchste Jahresabsatz nach dem Rekord von 2023 (354.000).

Hauptgründe für die Erholung: Stabilisierung der Förderrahmenbedingungen mit KfW 458, der abflachende Gasheizungs-Trend nach der 65-Prozent-Debatte und die klar formulierte Unterstützung durch den Koalitionsvertrag. Erstmals seit Einführung der Absatzstatistik war 2025 knapp die Hälfte aller neu installierten Wärmeerzeuger in Deutschland eine Wärmepumpe. Die Gasheizung verlor weiter Marktanteile.

Start ins Jahr 2026: positive Signale#

Die ersten zwei Monate 2026 zeigen den Aufwärtstrend fortgesetzt. Im Januar 2026 wurden rund 24.000 Wärmepumpen abgesetzt, ein Plus von 33 Prozent gegenüber Januar 2025. Im Februar ähnliche Werte. Kumuliert Januar plus Februar liegt der Absatz bei rund 48.000 Geräten.

Die Jahresprognose 2026 des BWP:

  • Basisszenario (BAU): 332.500 Einheiten, plus 11 Prozent gegenüber 2025.
  • Optimistisches Szenario: Bis 410.000 Einheiten, plus 37 Prozent.
  • Pessimistisches Szenario: 300.000 Einheiten, stagnierend.

Die Prognose steht unter dem Vorbehalt stabiler Rahmenbedingungen. Das lange größte Risiko, die offene Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG), hat sich am 29. Juli 2026 mit dem Inkrafttreten erledigt: Die 65-Prozent-EE-Pflicht beim Heizungstausch ist gestrichen. Viele Hausbesitzer warten die Verabschiedung ab, was kurzfristig Kaufentscheidungen verzögert.

Update Mai 2026: Die Q1-2026-Zahlen liegen vor und übertreffen die Prognose deutlich. Mit 83.500 verkauften Wärmepumpen im ersten Quartal (+34 Prozent gegenüber Q1 2025) liegt der Markt im optimistischen Szenario. Details und die GModG-Auswirkungen nach dem Kabinettsbeschluss vom 13. Mai 2026 stehen im Ratgeber zum Wärmepumpen-Boom Q1 2026.

Update August 2026: Auch das Halbjahr bestätigt den Kurs. Laut BWP/BDH-Statistik vom 6. August 2026 wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 195.000 Wärmepumpen abgesetzt, ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der zweithöchste Halbjahreswert seit Beginn der Statistik. Die Einordnung samt Vergleich zum Rekord-Halbjahr 2023 steht im Ratgeber zum Wärmepumpen-Absatz im ersten Halbjahr 2026.

Update 12. Juni 2026: Der Bundestag hat das GModG am 11. Juni in erster Lesung beraten, der Bundesrat hat am 12. Juni eine Stellungnahme mit Änderungsforderungen beschlossen. Warum sich der Kauf trotz der Gesetzes-Reform 2026 lohnt und was die Beratung für die Prognose bedeutet, analysiert unser neuer Artikel GModG im Bundestag: Lohnt sich die Wärmepumpe jetzt noch?

Neubau vs. Bestand: der strukturelle Unterschied#

Die aktuelle Wachstumsgeschichte ist eine Neubaugeschichte. 2024 lag der Wärmepumpen-Anteil bei neu errichteten Wohngebäuden bei 69,4 Prozent, bei Einfamilienhäusern sogar 74,1 Prozent. Im Neubau ist die Wärmepumpe damit die dominante Lösung geworden, nicht mehr die Ausnahme.

Der eigentliche Markt liegt aber im Bestand. Deutschland hat rund 15 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser plus etwa 3 Millionen Mehrfamilienhäuser, die überwiegend mit Gas oder Öl beheizt werden. Nur etwa 4 bis 5 Prozent des Bestands haben aktuell eine Wärmepumpe installiert. Der Austausch der rund 14 Millionen fossilen Heizungen wird das Thema der 2030er-Jahre.

MarktsegmentWP-Anteil 2024Trend
Neubau EFH74,1 ProzentStabil hoch, Zielmarkt erreicht
Neubau Wohngebäude gesamt69,4 ProzentSteigend, Richtung 80 Prozent
Bestand EFH (Heizungstausch)ca. 35 ProzentWachsend mit KfW-Förderung
Bestand MFH (Heizungstausch)ca. 15 ProzentEher zäh, Sanierungshürden
Bestand Gesamt (Wärmepumpen-Quote)ca. 4 bis 5 ProzentLangsam steigend

Hersteller-Landschaft#

Der Markt teilt sich zunehmend auf zwischen deutschen Traditionsanbietern (Viessmann, Vaillant, Bosch, Stiebel Eltron, Wolf), internationalen Spezialisten (Daikin, Mitsubishi Electric, Panasonic, LG) und aufstrebenden Marken aus Polen und Tschechien. Stiebel Eltron hat im April 2026 angekündigt, die Produktion in Holzminden und Höxter (NRW) deutlich auszubauen, mit einem Gesamt-Investitionsprogramm von 450 Millionen Euro bis 2027.

Die Hersteller-Strategien unterscheiden sich vor allem in der Kältemittel-Frage. Bis 2028 dürfen nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln (vor allem R290 Propan) über KfW 458 gefördert werden, Details im Ratgeber zu Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln ab 2028. Wer jetzt produziert, muss sein Portfolio entsprechend umstellen.

Hemmnisse: Was den Markt bremst#

Drei Faktoren begrenzen aktuell das Wachstum auf das Niveau des BAU-Szenarios:

  • Attentismus durch GModG (bis Juli 2026): Viele Hausbesitzer warteten die Verabschiedung des Gebäudemodernisierungsgesetzes ab. Seit dem Inkrafttreten am 29. Juli 2026 ist diese Unsicherheit ausgeräumt: Fossile Heizungen sind wieder ohne Quote erlaubt.
  • Fachkräftemangel bei Installateuren: SHK-Betriebe arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Wartezeiten von drei bis neun Monaten sind üblich, manche Regionen haben noch längere Listen.
  • Förder-Absenkung ab Februar 2027: Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt seit dem 21. Juli 2026 bei 16 Prozent und sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte, zum 1. August 2028 entfällt er ganz. Das motiviert zwar zu schnellen Entscheidungen, macht aber die Vermarktung komplexer. Details im Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung 2026.

Ausblick: Was die nächsten Monate bringen#

Drei Entwicklungen bestimmen den Markt in Q2 bis Q4 2026:

  • Verabschiedung GModG (erledigt am 10. Juli 2026, in Kraft seit 29. Juli): Die Attentismus-Blockade ist damit gelöst. Offen bleibt, wie stark die gleichzeitige BEG-Kürzung vom 21. Juli 2026 die Nachfrage im zweiten Halbjahr dämpft.
  • Sommer-Messekampagnen: Intersolar Europe (23. bis 25. Juni 2026) und Chillventa (Oktober 2026) werden die neuen Produktlinien zeigen, besonders R290-Geräte und bidirektionale Wärmepumpen-Systeme.
  • Winter-Saison 2026/27: Der übliche Nachfrage-Schub im Herbst, wenn viele Heizungen ausfallen und schnell ersetzt werden müssen. Wer 2026 kauft, profitiert noch von vollen KfW-Klimabonus-Sätzen.

Eine offene Folgefrage des Booms ist die Netzbelastung: 2 Millionen installierte Wärmepumpen plus 410.000 Neugeräte 2026 ergeben theoretisch 6 bis 10 Gigawatt zusätzliche Winter-Spitzenlast. Was das für Verteilnetze, §14a EnWG und die Kaufentscheidung bedeutet, erklärt Wärmepumpen-Boom 2026: Belastet der Ausbau das Stromnetz im Winter?.