Was zum elektrischen Anschluss einer Wärmepumpe gehört#

Der elektrische Anschluss einer Wärmepumpe besteht selten nur aus einem Kabel vom Keller zum Außengerät. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Innen- und Außeneinheit laufen mehrere Stromkreise und Leitungen zusammen. Die Planungsanleitung der Viessmann Vitocal 250-A zeigt das beispielhaft. Sie sieht getrennte Netzanschlussleitungen für den Verdichter in der Außeneinheit, für die Wärmepumpenregelung und für den Heizwasser-Durchlauferhitzer vor. Dazu kommen eine CAN-BUS-Verbindung zwischen Innen- und Außeneinheit und eine Leitung zum Außentemperatursensor.

  • Zuleitung zur Außeneinheit: Sie versorgt den Verdichter, je nach Gerät mit 230 oder 400 Volt, und bekommt einen eigenen Leitungsschutzschalter.
  • Versorgung der Regelung: Die Regelung hängt an einem eigenen Stromkreis. Laut Viessmann darf ihre Spannungsversorgung auch dann nicht ausgeschaltet werden, wenn der Energieversorger Verdichter und Heizstab über einen externen Kontakt zeitweise sperrt.
  • Zusatzheizung: Ein Heizstab oder Heizwasser-Durchlauferhitzer deckt Spitzenlast und Notbetrieb ab. Im Viessmann-Beispiel leistet er bis zu 8 kW und ist separat abgesichert.
  • Steuer- und Datenleitungen: Kommunikation zwischen den Geräteteilen, Temperaturfühler und Eingänge für externe Signale, etwa für eine Sperre durch den Netzbetreiber oder für SG Ready.
  • Zählerplatz und Steuerungstechnik: Im Zählerschrank braucht es Platz für die Messung und für die Steuerung nach § 14a EnWG.

Wie viele dieser Leitungen ein konkretes Gerät braucht, steht in dessen Montage- und Planungsunterlagen. Daneben gelten die technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Netzbetreibers. Viessmann schreibt ausdrücklich, die TAB des zuständigen Energieversorgers zu beachten, und verweist für die erforderlichen Mess- und Schalteinrichtungen auf dessen Auskunft.

Wer die Arbeiten ausführen darf, legt § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) fest: außer dem Netzbetreiber nur ein Installationsunternehmen, das in das Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Die Vorgabe gilt für Errichtung, Erweiterung und Änderung der Anlage. Für reine Instandhaltung macht die Verordnung eine Ausnahme, und selbst die gilt nicht für den Abschnitt zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung. Elektrotechniker ist außerdem ein zulassungspflichtiges Handwerk nach Anlage A der Handwerksordnung.

Zuleitung und Leiterquerschnitt: wovon die Kabelstärke abhängt#

Einen Einheitswert für den Leiterquerschnitt einer Wärmepumpe gibt es nicht. Der Querschnitt folgt aus der Stromaufnahme des Geräts, der vorgeschalteten Absicherung, der Leitungslänge, der Verlegeart und der Frage, wie viele Leitungen gebündelt nebeneinander liegen. Bei der Erstprüfung gehört die Auswahl der Leitungen nach Strombelastbarkeit und Spannungsfall zu den Prüfpunkten. Der Fachverlag WEKA verweist dafür auf DIN VDE 0100-430 und DIN VDE 0298-4.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Planungsanleitung der Viessmann Vitocal 250-A (Dokument 6175107). Für die 230-Volt-Außeneinheiten nennt sie diese elektrischen Werte:

Typ AWO-M-E-AC 251.AMax. BetriebsstromAbsicherungMax. Leistungsaufnahme Außeneinheit
0415 AB16A2,3 kW
0615,5 AB16A3,6 kW
0816 AB16A3,7 kW
1023 AB25A4,8 kW

Für die Netzanschlussleitung der Außeneinheit empfiehlt derselbe Hersteller:

NetzanschlussEmpfohlene LeitungMax. Leitungslänge
Außeneinheit 230 V3 x 2,5 mm²20 m
Außeneinheit 230 V3 x 4,0 mm²32 m
Außeneinheit 400 V5 x 2,5 mm²30 m

Zwei Dinge fallen auf. Erstens hängt der Querschnitt an der Länge: Dieselbe 230-Volt-Außeneinheit kommt laut Hersteller mit 3 x 2,5 mm² bis 20 Meter aus, für längere Wege bis 32 Meter empfiehlt er 3 x 4,0 mm². Zweitens sind das Empfehlungen für ein bestimmtes Gerät. Viessmann selbst schreibt dazu: „Die Leitungsquerschnitte der Netzanschlussleitungen prüfen. Ggf. vergrößern.“ Die Werte lassen sich deshalb nicht auf andere Hersteller oder andere Verlegebedingungen übertragen. Wir nennen bewusst keine eigene Tabelle nach Leistung, weil die Bemessung im Einzelfall erfolgt.

Für die Datenverbindung zwischen Innen- und Außeneinheit nennt Viessmann ein fertig konfektioniertes Kabel mit 5, 10 oder 30 Metern oder bauseits ein geschirmtes Twisted-Pair-Kabel mit 0,34 bis 0,6 mm². Auch hier gilt: Maßgeblich ist die Anleitung des jeweiligen Geräts.

Für die Hauptleitung zwischen Hausanschluss und Zähler begrenzt § 13 Abs. 4 NAV den Spannungsfall auf 0,5 Prozent, bezogen auf den Nennstrom der vorgeschalteten Sicherung. Steigt durch Wärmepumpe und womöglich Wallbox die benötigte Leistung, kann deshalb auch die Hauptleitung ein Thema werden, nicht nur die Leitung zum Außengerät.

Die Zuleitung verläuft meist durch die Außenwand und dann im Erdreich oder an der Fassade zum Außengerät. Für die Wanddurchführung und den Graben gibt es eigene Ratgeber: Kernbohrung für die Wärmepumpe und Erdarbeiten für die Wärmepumpe. Welche Kabelart sich für Erdreich, Schutzrohr oder Außenwand eignet, legt der Elektrobetrieb nach Verlegeart fest.

Absicherung und Fehlerstromschutz: Leitungsschutz und RCD-Typ#

Jeder Stromkreis der Wärmepumpe bekommt einen Leitungsschutzschalter, dessen Nennstrom zur Leitung und zum Gerät passt. Im Viessmann-Beispiel sind das B16A für die Außeneinheiten 04 bis 08 und B25A für das Modell 10. Der Heizwasser-Durchlauferhitzer wird separat abgesichert, bei 400 Volt mit einem dreipoligen B16A, bei 230 Volt mit drei einpoligen B16A. Für den Steuerstromkreis sitzt eine eigene Sicherung von 6,3 Ampere in der Inneneinheit.

Beim Fehlerstromschutz, also dem RCD oder umgangssprachlich FI-Schalter, kommt es auf den Typ an. Hintergrund ist der Frequenzumrichter, der den Verdichter drehzahlgeregelt betreibt. Der Schutzschalter-Hersteller Doepke erklärt das in seiner Fachbroschüre zu allstromsensitiven RCDs so: Mehrphasig betriebene Geräte mit Frequenzumrichter können im Fehlerfall glatte Gleichfehlerströme erzeugen. Solche Geräte dürfen laut Doepke nur über RCDs vom Typ B oder B+ betrieben werden, denn RCDs vom Typ A sind nicht zur Erfassung glatter Gleichfehlerströme geeignet. Bei einphasig betriebenen Frequenzumrichtern treten laut Doepke keine glatten Gleichfehlerströme auf, dort wird Typ F empfohlen.

Die Fachzeitschrift elektro.net schreibt in einer Produktmeldung, dass Hersteller wegen der Frequenzumrichter in Wärmepumpen allstromsensitive Fehlerstromschutzeinrichtungen vorschreiben. Das ist eine Aussage über Herstellervorgaben, keine allgemeine Pflicht aus einer Norm. Welcher Schutz für Ihr Gerät richtig ist, steht in dessen Montageanleitung. In der hier ausgewerteten Viessmann-Planungsanleitung haben wir keine Angabe zum RCD-Typ gefunden. Fragen Sie deshalb im Angebot nach, welcher RCD-Typ vorgesehen ist und worauf sich die Wahl stützt.

Zur Absicherung gehört auch die Frage, was bei einer Sperre oder Leistungsbegrenzung passiert. Viessmann beschreibt, dass der Energieversorger Verdichter und Heizstab über einen externen Schaltkontakt zeitweise ausschalten kann, die Regelung aber weiter versorgt bleiben muss. Wer das verdrahtet, muss also genau wissen, welcher Stromkreis geschaltet werden darf und welcher nicht.

Steuerbarkeit nach § 14a EnWG: 4,2 kW, Steuerbox und Module#

§ 14a EnWG nennt Wärmepumpen ausdrücklich als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Die Details stehen nicht im Gesetz, sondern in der Festlegung BK6-22-300 der Bundesnetzagentur vom 27. November 2023, die seit 1. Januar 2024 gilt. Danach ist eine Wärmepumpenheizung steuerbar, wenn ihre Netzanschlussleistung 4,2 kW übersteigt und sie in der Niederspannung angeschlossen ist. Entscheidend ist ein Detail, das bei der Planung oft untergeht: Der Heizstab zählt mit.

„eine Wärmepumpenheizung unter Einbeziehung von Zusatz- oder Notheizvorrichtungen (z.B. Heizstäbe)“

Bundesnetzagentur, Festlegung BK6-22-300, Anlage 1, Ziffer 2.4.1 b

Ein Rechenbeispiel mit den Viessmann-Daten: Die Außeneinheit 04 nimmt maximal 2,3 kW auf, der eingebaute Heizwasser-Durchlauferhitzer bis zu 8 kW. Für sich genommen läge die Außeneinheit unter 4,2 kW, zusammen mit der Zusatzheizung liegt die Wärmepumpenheizung deutlich darüber. Welche Netzanschlussleistung im Einzelfall maßgeblich ist, ergibt sich aus den Herstellerangaben und wird bei der Anmeldung angegeben. Betreiben Sie mehrere Wärmepumpen hinter einem Netzanschluss, zählt nach Ziffer 2.4.2 die Summe.

Was die Festlegung darüber hinaus regelt:

  • Stichtag: Verpflichtend ist die Steuerbarkeit für Anlagen, die nach dem 31. Dezember 2023 technisch in Betrieb genommen wurden. Ältere Anlagen können laut SWM Infrastruktur freiwillig wechseln.
  • Mindestleistung: Auch bei einer Steuerung bleibt die Wärmepumpe in Betrieb. Bei Direktansteuerung stehen mindestens 4,2 kW zur Verfügung, bei Wärmepumpen über 11 kW Netzanschlussleistung die Netzanschlussleistung mal 0,4 (Ziffer 4.5.1).
  • Direkt oder über Energiemanagement: Der Betreiber entscheidet, ob der Netzbetreiber jedes Gerät einzeln ansteuert oder ein Energiemanagementsystem einen Gesamtwert erhält (Ziffer 4.4).
  • Technik stellt der Betreiber: Er sorgt dafür, dass die Anlage mit den nötigen technischen Einrichtungen ausgestattet und stets steuerbar ist (Ziffer 4.6).
  • Kein Zweitzähler nötig: Ein separater Zählpunkt ist für die Steuerbarkeit nicht erforderlich, auf Wunsch aber möglich (Ziffer 4.7).

Die netzorientierte Steuerung läuft über das intelligente Messsystem mit einer Steuerungseinrichtung, meist Steuerbox genannt. Nach § 29 Abs. 1 Nr. 2 MsbG stattet der grundzuständige Messstellenbetreiber Letztverbraucher mit einer Vereinbarung nach § 14a mit beidem aus, soweit das wirtschaftlich vertretbar ist und nach dem gesetzlichen Zeitplan. Bis dahin muss die Anlage vorbereitet sein. SWM Infrastruktur nennt das „steuer-ready“: Im Zählerschrank wird eine digitale oder analoge Schnittstelle für die spätere Steuerung vorbereitet, die Steuerbox kommt in einem späteren Arbeitsschritt zusammen mit dem intelligenten Messsystem.

Auf der Geräteseite hilft eine definierte Schnittstelle. Das SG-Ready-Label des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) setzt voraus, dass der Regler einen Betriebszustand kennt, in dem sich die Leistungsaufnahme begrenzen lässt. Der BWP empfiehlt, dabei die Vorgaben des § 14a umzusetzen, also 4,2 kW bei bis zu 11 kW Netzanschlussleistung oder 40 Prozent darüber. Ob Ihr Gerät das Label trägt, zeigt die SG-Ready-Datenbank des BWP.

Im Gegenzug für die Steuerbarkeit sinkt das Netzentgelt. Die Module stammen aus einer eigenen Festlegung der Bundesnetzagentur (BK8-22/010-A):

  • Modul 1: pauschale Reduzierung. Die Bundesnetzagentur nennt je nach Netzgebiet 110 bis 190 Euro im Jahr (Stand 2023), SWM Infrastruktur circa 110 bis 140 Euro netto im Jahr. Das Modul funktioniert auch mit einem gemeinsamen Zähler für Haushalt und Wärmepumpe.
  • Modul 2: Der Arbeitspreis des Netzentgelts sinkt um 60 Prozent, der Grundpreis entfällt. Voraussetzung ist eine separate Messung der Wärmepumpe, also ein eigener Zählerplatz.
  • Modul 3: zeitvariables Netzentgelt, seit April 2025 zusätzlich zu Modul 1 wählbar. Voraussetzung ist ein funktionsfähiges intelligentes Messsystem.

Bei SWM Infrastruktur wählen Sie bei der Erstanmeldung zwischen Modul 1 und Modul 2, spätere Wechsel laufen über den Stromlieferanten. Weil Modul 2 einen eigenen Zählerplatz braucht, gehört die Modulwahl schon in die Planung des Zählerschranks. Mehr zu den Modulen erklärt der Ratgeber § 14a EnWG: Netzentgelt-Rabatt für Wärmepumpe und Wallbox, zum zeitvariablen Tarif der Beitrag § 14a Modul 3: wenn der Netzbetreiber nicht liefert.

Berechnen Sie, welche Wärmepumpenleistung zu Ihrem Haus passt. Die Leistung bestimmt später auch Absicherung, Zuleitung und die Einordnung nach § 14a.

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Zählerplatz nach VDE-AR-N 4100: wann der Zählerschrank mitmuss#

Der Zählerschrank ist beim Wärmepumpenanschluss eine häufige Kostenüberraschung. Maßgeblich für Zählerplätze ist die Anwendungsregel VDE-AR-N 4100, die Technischen Anschlussregeln Niederspannung, laut VDE FNN derzeit in der Fassung VDE-AR-N 4100:2026-04. Hinzu kommen die TAB des Netzbetreibers. Die Anwendungsregel ist kostenpflichtig, deshalb stützen wir uns hier auf einen frei zugänglichen Hinweis von VDE FNN.

Flache Illustration: geöffneter Zählerschrank mit zwei Zählern, verbunden mit dem Außengerät einer Wärmepumpe und einer Wallbox
Mit der Wärmepumpe wird oft auch der Zählerplatz geprüft und bei Bedarf erweitert. Bild: AI generiert / EMA Energiewelt

Der VDE FNN Hinweis „Zählerplätze in Bestandsanlagen“ (Version 1.0, September 2023) zitiert die VDE-AR-N 4100: Bei Erweiterungen, Nutzungsänderungen oder geänderten Betriebsbedingungen prüft der Errichter, ob betroffene Anlagenteile an die aktuellen Anforderungen anzupassen sind. Als Anlässe nennt der Hinweis unter anderem eine höhere benötigte Leistung, den Wechsel zu Anwendungen mit Dauerstrom und die Nachrüstung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Eine Wärmepumpe erfüllt oft mehrere dieser Punkte gleichzeitig.

Vor der Änderung prüft eine Elektrofachkraft den vorhandenen Zählerplatz. Der Hinweis empfiehlt dafür Sichtprüfung, Bestandsaufnahme mit Stromkreiszuordnung, Messungen, die Prüfung der Schutzmaßnahmen einschließlich Fehlerstromschutz und ein Prüfprotokoll. Für alte Bauformen gibt die Tabelle aus Anhang G der TAB 2023, die der Hinweis wiedergibt, eine klare Richtung vor:

  • Zählertafeln nach DIN 43853: bei den genannten Änderungen nicht weiter verwendbar.
  • Zählerschränke nach DIN 43870: je nach Ausführung nur weiter nutzbar, wenn die Vorgaben des Netzbetreibers beachtet werden und eine flexible Zählerplatzverdrahtung mit mindestens 10 mm² vorhanden ist.
  • Zählerschränke nach DIN VDE 0603: weiter verwendbar.

Lässt sich der Zählerplatz nicht ertüchtigen, ist laut Hinweis ein neuer Zählerplatz nach aktueller VDE-AR-N 4100 zu errichten. Für die Wärmepumpe braucht der Schrank außerdem Platz für die Steuerungstechnik und bei Modul 2 einen zusätzlichen Zählerplatz. Die Einzelheiten, auch zu den Unterschieden zwischen SWM Infrastruktur und Bayernwerk Netz, stehen im Ratgeber Zählerschrank erneuern für Wärmepumpe und Wallbox in München.

Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600: was im Prüfbericht steht#

Bevor die Wärmepumpe in Betrieb geht, prüft eine Elektrofachkraft die neue oder geänderte Anlage nach DIN VDE 0100-600. Laut WEKA verlangt die Norm diese Erstprüfung vor der Inbetriebnahme und vor der Wiederinbetriebnahme nach einer Änderung. Sie besteht aus drei Teilen: Besichtigen, Erproben und Messen. Für das Besichtigen nennt Abschnitt 6.4.2.3 insgesamt 16 Prüfpunkte, darunter die Auswahl der Leitungen nach Strombelastbarkeit und Spannungsfall.

Beim Erproben und Messen gibt die Norm vorzugsweise diese Reihenfolge vor:

  1. Durchgängigkeit der Leiter
  2. Isolationswiderstand der elektrischen Anlage
  3. Isolationswiderstand bei SELV, PELV oder Schutztrennung
  4. Isolationswiderstand isolierender Fußböden und Wände
  5. Spannungspolarität
  6. Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung
  7. Prüfung der Fehlerstromschutzeinrichtung im TN-Netz
  8. Phasenfolge
  9. Funktionsprüfungen
  10. Spannungsfall

Wird dabei ein Fehler gefunden, muss nach der Behebung diese Prüfung wiederholt werden, ebenso jede vorhergehende, die der Fehler beeinflusst haben kann. Am Ende steht ein Prüfbericht nach Abschnitt 6.4.4. Er enthält Aufzeichnungen über die Besichtigung, die geprüften Stromkreise und die Prüfergebnisse. Der Bericht wird dem Auftraggeber übergeben und von einer Elektrofachkraft unterschrieben.

Für Sie als Bauherr heißt das: Lassen Sie sich den Prüfbericht zusammen mit der übrigen Dokumentation aushändigen und bewahren Sie ihn auf. Er belegt den Zustand der Anlage bei Übergabe und hilft bei späteren Prüfungen, Erweiterungen und Rückfragen zur Gewährleistung.

Ablauf und Netzanmeldung: was der Elektrofachbetrieb erledigt#

Bei SWM Infrastruktur folgt der Weg zur steuerbaren Wärmepumpe drei Schritten: Planung, Beauftragung eines Elektrofachbetriebs und Anmeldung nach der Inbetriebnahme. Rechtlich stützt sich das auf die NAV. Nach § 19 Abs. 2 NAV sind Erweiterungen und Änderungen der Anlage dem Netzbetreiber mitzuteilen, soweit sich dadurch die vorzuhaltende Leistung erhöht oder mit Netzrückwirkungen zu rechnen ist. Soll der Netzbetreiber einen Anlagenteil in Betrieb nehmen, gibt nach § 14 Abs. 2 NAV das Installationsunternehmen, das die Arbeiten ausgeführt hat, die Inbetriebsetzung bei ihm in Auftrag, auf Verlangen auf dessen Vordruck.

In der Praxis sieht der Ablauf so aus:

  1. Gerät und Leistung festlegen: Hersteller, Modell, Netzanschlussleistung einschließlich Heizstab und Anschlussspannung 230 oder 400 Volt aus den Herstellerunterlagen ermitteln.
  2. Netzbetreiber und Regeln klären: Den zuständigen Netzbetreiber ermitteln, im Stadtgebiet München SWM Infrastruktur, im Umland häufig Bayernwerk Netz, dessen TAB zugrunde legen und zwischen Modul 1 und Modul 2 wählen.
  3. Bestand prüfen: Eine Elektrofachkraft prüft Zählerplatz und Hauptleitung und entscheidet, ob der Zählerschrank ertüchtigt oder neu aufgebaut wird.
  4. Leitungen und Schutz planen: Querschnitte nach Herstellerangaben, Länge und Verlegeart bemessen, Leitungsschutz und RCD-Typ nach Montageanleitung festlegen und die Schnittstelle für die Steuerung vorsehen.
  5. Installieren: Leitungen verlegen, Zählerplatz umbauen und Außeneinheit, Regelung und Heizstab anschließen. Arbeiten am Zählerplatz übernimmt ein eingetragener Betrieb.
  6. Erstprüfung durchführen: Die Anlage nach DIN VDE 0100-600 besichtigen, erproben und messen und den Prüfbericht an den Auftraggeber übergeben.
  7. Beim Netzbetreiber anmelden: Der Elektrofachbetrieb meldet die steuerbare Wärmepumpe an, bei SWM Infrastruktur nach der Inbetriebnahme im Inbetriebnahmeportal. Steuerbox und intelligentes Messsystem folgen in einem späteren Schritt.

Planen Sie gleichzeitig eine PV-Anlage, laufen zwei Anmeldungen nebeneinander: die der steuerbaren Wärmepumpe und die der Erzeugungsanlage mit eigenem Inbetriebsetzungsprotokoll. Wie das bei der Photovoltaik funktioniert, erklärt der Ratgeber PV-Anlage anschließen: VDE-Abnahme, Formular E.8 und Kosten.

Was der elektrische Anschluss kostet: Zahlen aus 160 Angeboten#

Belastbare Zahlen für den Elektroanteil liefert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sie hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ein- und Zweifamilienhäusern ausgewertet, erstellt zwischen September 2025 und April 2026 (Stand der Auswertung: 07/2026). Die Spannen und Mediane beruhen auf den Angeboten, in denen die jeweilige Position mit eigenem Preis ausgewiesen war.

PositionAngebote mit PreisSpanneMedian
Elektroinstallation78347 bis 7.648 €2.687 €
Umbau oder Erneuerung Zählerschrank34350 bis 7.765 €2.966 €
Gesamtkosten Wärmepumpe16021.099 bis 54.168 €34.898 €

Die Tabelle zeigt vor allem die Streuung. Die Verbraucherzentrale betont, dass die Ergebnisse als Orientierung zu verstehen sind und sich nicht ohne Weiteres auf den Gesamtmarkt übertragen lassen. Ob die Preise brutto oder netto angegeben sind, nennt die Auswertung von 2026 nicht, wir geben sie deshalb als Angebotspreise laut Auswertung wieder. In der Vorjahresauswertung, dort ausdrücklich in Bruttopreisen, lag der Median der Elektroinstallation bei 2.618 Euro in 84 Angeboten, also in derselben Größenordnung.

Wichtiger als der Mittelwert ist, was im Preis steckt. Die Verbraucherzentrale zitiert eine typische Angebotsformulierung:

„Der Anschluss der Wärmepumpe erfolgt bis zum bauseits vorhandenen, geeigneten Zählerschrank gemäß den Vorgaben des zuständigen Energieversorgungsunternehmens (EVU)“

Angebotsformulierung, zitiert in der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Stand 07/2026

Laut Verbraucherzentrale bedeutet so ein Satz, dass nur die Leitungsführung bis zum vorhandenen Zählerschrank im Preis steckt. Anpassung, Erweiterung oder Austausch des Schranks sind dann nicht enthalten und müssen gesondert beauftragt werden. In der Auswertung war der Zählerschrank in 73 Angeboten nicht enthalten, in 50 ausdrücklich enthalten und in 37 unklar. Das Zählerkonzept, also gemeinsamer oder eigener Zähler für die Wärmepumpe, ging nur aus 16 von 160 Angeboten hervor.

Hinzu kommen Entgelte des Netz- und Messstellenbetreibers. Für das Stadtgebiet München nennen die Preisblätter von SWM Infrastruktur unter anderem diese Beträge:

LeistungEntgelt bruttoGrundlage
Inbetriebnahme nach Anlagenumbau oder Umsetzung der Messeinrichtung, erster Zählerplatz53,55 €Preisblatt Netzanschlüsse ab 1. Juli 2026, Ziffer 7.2.1
dasselbe, zweiter Zählerplatz im selben Anschlussobjekt35,70 €Ziffer 7.2.1
Fehlfahrt bei Inbetriebnahme, Strom bis 160 A139,23 €Ziffer 10.1.1
Intelligentes Messsystem für Verbrauchseinrichtung nach § 14a50,00 € pro JahrPreisblatt Messstellenbetrieb ab 1. April 2026
Steuerungseinrichtung am Netzanschlusspunkt50,00 € pro JahrPreisblatt Messstellenbetrieb
Moderne Messeinrichtung25,00 € pro JahrPreisblatt Messstellenbetrieb

Eine Fehlfahrt stellt SWM Infrastruktur in Rechnung, wenn die vereinbarte Inbetriebnahme aus Gründen scheitert, die der Anschlussnehmer oder sein Beauftragter zu vertreten hat. Ein vollständig vorbereiteter Termin spart also Geld.

Steuerlich können private Haushalte nach § 35a Abs. 3 EStG Handwerkerleistungen geltend machen: Die Einkommensteuer sinkt um 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens um 1.200 Euro. Begünstigt sind nur die Arbeitskosten, Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Betriebs. Ausgeschlossen sind öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Wer die Wärmepumpe mit einem Zuschuss fördern lässt, klärt deshalb vorab mit der Steuerberatung, welche Arbeiten in den Förderantrag gehören. Weitere Kostenpunkte rund um die Montage fasst der Beitrag versteckte Installationskosten der Wärmepumpe zusammen.

München: SWM Infrastruktur, Bayernwerk Netz und Installateurverzeichnis#

Welcher Netzbetreiber zuständig ist, hängt von der Adresse ab. Im Stadtgebiet München ist es SWM Infrastruktur, in vielen Gemeinden des Umlands Bayernwerk Netz, daneben gibt es örtliche Stadt- und Gemeindewerke. Für eine konkrete Adresse zeigt das der Netzbetreiber-Finder.

Bei SWM Infrastruktur sind die maßgeblichen Unterlagen öffentlich: die Technischen Anschlussbedingungen TAB 2023 und die Hinweise für den Bau steuerbarer Anlagen. Die Anmeldung der steuerbaren Wärmepumpe übernimmt nach der Inbetriebnahme der Elektrofachbetrieb im Inbetriebnahmeportal, in einer eigenen Rubrik für § 14a. Dabei sind die Allgemeinen Bedingungen zur netzorientierten Steuerung zu akzeptieren. Wird die Anlage später umgebaut, etwa einem anderen Zähler zugeordnet, gibt es dafür ein eigenes Änderungsformular.

Ins Installateurverzeichnis von SWM Infrastruktur trägt sich ein Betrieb online über das Inbetriebnahmeportal ein. Voraussetzung sind laut SWM eine Gewerbeanmeldung und die Eintragung in die Handwerksrolle, die Eintragung selbst ist kostenlos. Bayernwerk Netz führt ein eigenes Installateurverzeichnis mit eigenen Vorgaben, die bei Anlagen in seinem Netzgebiet gelten.

Fragen Sie vor der Beauftragung nach der Eintragung. Ohne sie darf ein Betrieb weder am Zählerplatz arbeiten noch die steuerbare Wärmepumpe im Portal des Netzbetreibers anmelden. Für Wärmepumpen, die vor 2024 in Betrieb gingen und bereits ein reduziertes Netzentgelt nach der alten Regelung erhalten, gelten die bisherigen Regeln laut Ziffer 10.1 der Festlegung BK6-22-300 längstens bis 31. Dezember 2028.

Checkliste: woran Sie ein vollständiges Angebot erkennen#

Die Auswertung der Verbraucherzentrale zeigt, wie oft Angebote offen lassen, was beim Elektroanschluss enthalten ist. Diese Punkte sollten schriftlich im Angebot stehen:

  • Zuleitungen mit Querschnitt, Länge und Verlegeart, getrennt nach Außeneinheit, Regelung und Heizstab
  • Leitungsschutzschalter und RCD-Typ, mit Bezug auf die Montageanleitung des Geräts
  • Zählerschrank: enthalten, nicht enthalten oder nicht nötig, mit Begründung nach Prüfung des Bestands
  • Zählerkonzept: gemeinsamer Zähler oder eigener Zählerplatz, passend zur Modulwahl nach § 14a
  • Vorbereitung der Steuerung („steuer-ready“) und Anbindung an Regelung oder Energiemanagement
  • Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 mit Prüfbericht
  • Anmeldung beim Netzbetreiber einschließlich § 14a und Abstimmung des Zählertermins
  • Entgelte des Netzbetreibers und die Frage, wer eine Fehlfahrt bezahlt

So lassen sich Angebote vergleichen, und Nachträge nach der Montage werden unwahrscheinlicher.

Fachbegriffe wie steuerbare Verbrauchseinrichtung, § 14a-Module, netzorientierte Steuerung, intelligentes Messsystem, Smart-Meter-Gateway, Netzentgelte und VDE werden im zentralen Energie-Glossar ausführlich erklärt.

Quellen und Nachweise (Primärquellen)