Wie eine Sole-Wasser-Wärmepumpe funktioniert, einfach erklärt#

Stellen Sie sich das Erdreich unter Ihrem Haus als riesigen, konstanten Wärmespeicher vor. Während draußen im Januar -10 °C herrschen, hat der Boden in 15 Metern Tiefe konstant rund 10 °C. Das ist die Grundlage der Sole-Wasser-Wärmepumpe.

Ein Kunststoffrohr, der Wärmetauscher, wird entweder in Erdschleifen flächig verlegt oder senkrecht in ein Bohrloch eingeführt. Durch dieses Rohr zirkuliert eine Sole (Wasser-Glykol-Gemisch). Die Sole nimmt die Erdwärme auf und transportiert sie zur Wärmepumpe im Keller. Die Wärmepumpe hebt die Temperatur durch einen Verdichtungsprozess auf Heiztemperatur an. Aus 1 kWh Strom werden so 4 bis 5 kWh Wärme, das ist die Jahresarbeitszahl (JAZ).

„Die Erde speichert Sonnenenergie über Monate. Eine Sole-Wärmepumpe zapft diesen kostenlosen Puffer an, zuverlässig und lautlos."

Wärmequelle

Tiefenbohrung oder Flächenkollektor: Was passt zu Ihrem Grundstück?#

Es gibt zwei grundsätzliche Wege, die Erdwärme zu erschließen:

Erdwärme-Tiefenbohrung (Erdwärmesonde)

Ein oder mehrere senkrechte Bohrlöcher, typisch 80 bis 150 m tief. Pro kW Heizleistung benötigen Sie grob 10 bis 15 m Bohrtiefe. Für ein 10-kW-System also 100 bis 150 m Bohrtiefe, oft auf zwei Bohrlöcher verteilt. Vorteil: Wenig Grundstücksfläche nötig, hohe und konstante Wärmeleistung. Nachteil: Teurer (ca. 6.000 bis 12.000 € für das Bohren), genehmigungspflichtig.

Erdwärme-Flächenkollektor

Waagerecht verlegte Rohre in ca. 1 bis 1,5 m Tiefe, auf einer Fläche von ca. 1,5-facher Wohnfläche. Für ein 150-m²-Haus also ca. 200 bis 250 m² Kollektorfläche. Vorteil: Günstiger (2.000 bis 5.000 €), einfachere Genehmigung. Nachteil: Große unverbaute Gartenfläche nötig, Effizienz im Winter etwas geringer als Tiefenbohrung.

MerkmalTiefenbohrungFlächenkollektor
GrundstücksbedarfGering (2 bis 3 Bohrpunkte)Groß (1,5× Wohnfläche)
Bohrkosten6.000 bis 12.000 €2.000 bis 5.000 €
JAZ4,5 bis 5,53,8 bis 4,8
GenehmigungWasserrechtliche Erlaubnis nötigMeist nur Anzeige
Lebensdauer50 bis 100 Jahre30 bis 50 Jahre

Für welche Häuser ist Erdwärme geeignet?#

Sole-Wasser-Wärmepumpen sind die effizienteste Heizlösung, die es gibt, aber nicht für jedes Grundstück realisierbar. Klären Sie vorab:

  • Neubau: Nahezu immer möglich. Kollektor bei Bauphase mitplanen spart erheblich.
  • Altbau saniert (Fußbodenheizung, KfW 85 oder besser): Sehr gut geeignet. Niedrige Vorlauftemperatur (35 °C) maximiert die JAZ.
  • Altbau unsaniert: Funktioniert, aber die JAZ sinkt bei nötigen höheren Vorlauftemperaturen (55 °C). Wirtschaftlichkeitsrechnung genau prüfen.
  • Kleines Stadtgrundstück: Tiefenbohrung möglich, wenn Bohrgenehmigung erteilt wird. In manchen Innenstädten gibt es Einschränkungen durch Schutzgebiete.

Kosten 2026: Was die Gesamtinstallation wirklich kostet#

KostenpositionTiefenbohrungFlächenkollektor
Wärmepumpe (10 bis 14 kW)8.000 bis 14.000 €8.000 bis 14.000 €
Wärmequellenanlage6.000 bis 12.000 €2.000 bis 5.000 €
Installation & Hydraulik3.000 bis 5.000 €3.000 bis 5.000 €
Gesamt (vor Förderung)17.000 bis 31.000 €13.000 bis 24.000 €
Mit 70 % BEG-Förderung5.100 bis 9.300 €3.900 bis 7.200 €

Die Zahlen zeigen: Nach Förderung kann eine Sole-WP mit Flächenkollektor schon ab gut 4.000 Euro realisiert werden. Die Betriebskosten liegen mit JAZ 4,3 bei einem regionalen Wärmepumpentarif von 14 bis 21 ct/kWh (je nach Netzbetreiber und Postleitzahl) bei etwa 390 bis 590 Euro pro Jahr für ein 120-m²-Haus (12.000 kWh Wärmebedarf ÷ 4,3 = 2.790 kWh × 0,14 bis 0,21 €), verglichen mit ca. 1.440 Euro für eine Gasheizung (12.000 kWh ÷ 0,95 × 0,12 €).

JAZ und Effizienz: Warum Erdwärme der Luft-WP überlegen ist#

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme pro kWh Strom erzeugt wird. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe schwankt je nach Außentemperatur stark: Im Sommer COP 5, im Februar bei -10 °C nur COP 2,5. Die Sole-WP ist stabil: Die Erdtemperatur von 10 °C schwankt kaum, also bleibt der COP das ganze Jahr bei 4 bis 5,5. Das bedeutet nicht nur mehr Effizienz, sondern auch verlässlich kalkulierbare Heizkosten, unabhängig von Kälteperioden.

Förderung 2026: BEG und BAFA machen die Sole-WP erschwinglich#

Über die Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) fördert der Staat den Einbau von Wärmepumpen als Heizungsersatz mit Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 20 % + ggf. Einkommensbonus 30 %, also bis zu 70 % des förderfähigen Investitionsvolumens (max. 30.000 € Kosten förderfähig). Das macht Sole-WP-Projekte finanziell sehr attraktiv.

Wichtig: Der Antrag muss vor Beauftragung des Installateurs gestellt werden. Kein Nachantrag. Das gilt für Flächenkollektor und Tiefenbohrung gleichermaßen.

Genehmigung: Was vor der Bohrung zu klären ist#

Tiefenbohrungen bis 100 m benötigen in allen Bundesländern eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde. In Wasserschutzgebieten ist die Bohrung häufig ganz untersagt. Die Bearbeitungszeit beträgt 4 bis 12 Wochen.

Erdwärme-Flächenkollektoren sind in den meisten Bundesländern lediglich anzeigepflichtig, kein langwieriges Genehmigungsverfahren. Fragen Sie trotzdem bei der Gemeinde nach, ob Einschränkungen gelten (z. B. durch Grundwasserleiter in geringer Tiefe).

Wie viel spart eine Wärmepumpe in Ihrem Haus, im Vergleich zu Gas oder Öl? Unser Rechner rechnet es durch.

Häufige Fragen zur Sole-Wasser-Wärmepumpe

Wie unterscheidet sich eine Sole-WP von einer Luft-Wasser-WP?

Die Sole-WP nutzt konstante Erdwärme (~10 °C in 15 m Tiefe) statt Außenluft. Das ergibt JAZ 4,5 bis 5,5 ganzjährig, während Luft-WP im Winter auf JAZ 2,5 fallen können. Dafür ist Tiefenbohrung oder Flächenkollektor nötig.

Was kostet eine Tiefenbohrung für eine Sole-WP?

6.000 bis 12.000 € je nach Bohrtiefe und Region. Pro kW Heizleistung ca. 10 bis 15 m Tiefe. Für 10 kW also 100 bis 150 m, oft auf zwei Bohrlöcher aufgeteilt. Alternativ: Flächenkollektor für 2.000 bis 5.000 € (großer Garten nötig).

Bekommt man für eine Sole-WP BEG-Förderung?

Ja. 30 % Grundförderung + 20 % Klimabonus + bis zu 30 % Einkommensbonus = bis zu 70 % auf max. 30.000 € über KfW 458. Antrag vor Beauftragung stellen.

Braucht man eine Genehmigung für die Erdwärmebohrung?

Ja. Tiefenbohrungen benötigen eine wasserrechtliche Erlaubnis (4 bis 12 Wochen Bearbeitung). In Wasserschutzgebieten oft untersagt. Flächenkollektoren sind meist nur anzeigepflichtig.