Vier Wege zur PV-Anlage, ein ehrlicher Überblick#
Solarstrom auf dem Dach kostet Geld. Rund 12.000 bis 18.000 Euro für eine solide 10-kWp-Anlage mit Speicher (Stand: seit Anfang 2026 steigen die Modulpreise wieder um rund 30 Prozent, die Gesamtanlage verteuert sich aber nur um 6 bis 8 Prozent). Nicht jeder hat das auf dem Konto. Und selbst wer es hätte, ob das Eigenkapital besser im Investment oder in der Anlage steckt, ist eine gute Frage. Deshalb gibt es inzwischen vier grundsätzliche Wege zur PV-Anlage: Direktkauf, Kredit, Leasing und Mietstrom. Jeder hat andere Stärken, und Schwächen, über die Anbieter gerne schweigen.
„Die günstigste Anlage ist nicht die mit dem niedrigsten Kaufpreis. Es ist die, die über 25 Jahre am wenigsten kostet."
Direktkauf: Zahlen, besitzen, profitieren#
Der Direktkauf ist der klassische Weg: Sie bezahlen die Anlage einmalig, sie gehört Ihnen, und von Tag eins profitieren Sie von allen Einsparungen und der EEG-Vergütung. Kein Anbieter, kein Vertrag, keine monatliche Rate nach der Amortisation.
Was spricht dafür? Erstens der Nullsteuersatz auf Module und Wechselrichter seit 2023, das spart gegenüber früher rund 19 % des Kaufpreises. Zweitens die volle Eigentumsfreiheit: Sie können die Anlage jederzeit erweitern, verkaufen oder mit einer neuen Speichertechnologie kombinieren. Drittens ist die Amortisation kalkulierbar: Bei 12.000 Euro Investition und 900 Euro jährlicher Einsparung sind Sie nach etwa 13 Jahren im Plus.
Wie viel spart eine PV-Anlage bei Ihrem Verbrauch, egal welches Finanzierungsmodell? Unser Rechner rechnet es vor.
Förderkredit: KfW 270 macht Fremdfinanzierung günstig#
Wer die 12.000 bis 18.000 Euro nicht flüssig hat, muss nicht auf Leasing oder Mietmodelle zurückgreifen. Der KfW 270 (Erneuerbare-Energien-Kredit) bietet geförderte Darlehen mit Zinssätzen ab 3,87 % (April 2026) für Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren. Bei 12.000 Euro Kreditvolumen und 10 Jahren Laufzeit ergeben sich Monatsraten von etwa 121 Euro, während die PV-Anlage monatlich rund 75 Euro Strom einspart. Der Eigenanteil aus dem laufenden Budget ist überschaubar.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Leasing: Die Anlage gehört von Anfang an Ihnen. Nach Tilgung des Kredits laufen die Einsparungen weiter, für 10 bis 15 weitere Jahre. Der Kredit wird über die Hausbank beantragt, die KfW stellt das Kapital bereit. Fragen Sie explizit nach dem KfW 270 bei Ihrer Bank.
PV-Leasing: Monatliche Rate, keine große Investition#
Beim PV-Leasing zahlen Sie eine feste Monatsrate, typisch 50 bis 120 Euro für eine 6 bis 10-kWp-Anlage, und nutzen den erzeugten Solarstrom. Die Anlage gehört dem Leasinganbieter. Nach Ablauf der Leasingzeit (oft 10 bis 15 Jahre) haben Sie die Wahl: Vertrag verlängern, Anlage kaufen oder zurückgeben.
Das klingt attraktiv. Aber rechnen Sie nach: Wer 15 Jahre lang 80 Euro monatlich zahlt, kommt auf 14.400 Euro, ohne dass er am Ende Eigentümer der Anlage ist. Zum Vergleich: Dieselbe Anlage hätte beim Direktkauf 10.000 bis 12.000 Euro gekostet. Leasing ist teurer, wenn man es zu Ende denkt.
Wichtig beim Leasing: Prüfen Sie, was beim Hausverkauf passiert. Viele Leasingverträge lassen sich nicht einfach auf den Käufer übertragen. Das kann den Verkauf Ihres Hauses erschweren oder teuer werden.
Mietstrom / PV-Miete: Was wirklich dahintersteckt#
Beim Mietstrom-Modell installiert ein Anbieter die Anlage auf Ihrem Dach und verkauft Ihnen den erzeugten Strom zu einem fixen Tarif, in der Regel günstiger als Netzstrom, aber teurer als echter Eigenverbrauch. Laufzeiten sind oft 20 Jahre, manche Verträge haben Preisanpassungsklauseln zugunsten des Anbieters.
Der größte Nachteil: Sie haben keine Anlage, keinen Speicher, kein Eigentum. Sie mieten Strom von Ihrem eigenen Dach. Das klingt paradox, und ist es auch. Seriöse Anbieter gibt es, aber das Modell passt nur in sehr spezifischen Situationen: zum Beispiel wenn Wohneigentümer in einer WEG sind, die keine eigene Investition tätigen will.
Direkter Modellvergleich: Was kostet was, über 20 Jahre#
| Modell | Eigenkapital nötig | Gesamtkosten (20J) | Eigentümer | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| DirektkaufEigenkapital | 12.000 bis 18.000 € | Kaufpreis (einmalig) | Sie | Beste Rendite |
| KfW-KreditFremdfinanzierung | 0 bis 2.000 € | Kaufpreis + Zinsen | Sie | Sehr gut |
| PV-LeasingMonatliche Rate | 0 € | ca. 14.000 bis 22.000 € | Anbieter | Bedingt |
| MietstromStrom-Abo | 0 € | ca. 18.000 bis 30.000 € | Anbieter | Nur Ausnahme |
Empfehlung: Was passt zu Ihrer Situation?#
Sie haben Eigenkapital: Direktkauf, Punkt. Keine monatliche Rate, keine Abhängigkeit, beste Rendite.
Sie haben wenig Eigenkapital: KfW 270 beantragen. Die Zinsen sind moderat, die Anlage gehört Ihnen, nach Tilgung läuft die Anlage für Sie.
Sie wollen null Risiko und null Aufwand: Leasing kann passen, aber Vertrag sehr genau prüfen, insbesondere Kündigungsrechte, Hausverkauf-Klauseln und Preisanpassungsregeln.
Mietstrom: Nur wenn keine der anderen Optionen möglich ist, zum Beispiel als Mieter, der Einfluss auf die Dachanlage hat, oder in einer WEG mit kollektivem Beschluss.
Wie viel spart eine PV-Anlage bei Ihrem Verbrauch, egal welches Finanzierungsmodell? Unser Rechner rechnet es vor.
Häufige Fragen: PV-Finanzierung
Wie beantrage ich KfW 270?
Über die Hausbank, nicht direkt bei KfW. Vor Baubeginn. Zinssatz ab ca. 4 %, Laufzeit 5-30 Jahre.
Was passiert beim Hausverkauf mit Leasing?
Größte Falle: Vertrag oft nicht übertragbar. Kann Verkauf verzögern oder kosten. Klauseln vorher prüfen.
Nullsteuersatz auch bei Leasing?
Nein. 0 % USt gilt nur beim Kauf. Leasing/Miet: MwSt wirkt sich indirekt auf Konditionen aus.
Leasing vs. Mietstrom?
Leasing: Sie nutzen Anlage, Strom gehört Ihnen. Mietstrom: Sie kaufen Strom vom Anbieter. Mietstrom langfristig teurer.