Alle Fachbegriffe rund um Photovoltaik, Wärmepumpe, Wallbox und Förderung – verständlich erklärt.
A
Abregelung / Einspeisereduzierung bei Netzengpass
Vorübergehende Drosselung einer Wind- oder Solaranlage durch den Netzbetreiber, wenn das Netz die erzeugte Strommenge nicht aufnehmen kann. Bislang erhalten Betreiber dafür eine Entschädigung. Das
Netzanschlusspaket (Regierungsentwurf vom 29. Juli 2026, noch kein geltendes Recht) streicht diese Entschädigung in sogenannten Hot-Spot-Regionen, befristet auf
sechs Jahre. Der Ertragsverlust bleibt dabei auf höchstens
20 Prozent des Jahresstromertrags begrenzt.
Amortisation / Amortisationszeit
Der Zeitraum, bis eine Investition durch ihre Einsparungen oder Erträge vollständig zurückgezahlt ist. Bei einer PV-Anlage ergibt sich die Amortisationszeit aus Anschaffungskosten geteilt durch jährliche Stromeinsparung plus Einspeisevergütung. Typisch: 8–12 Jahre bei heutigen Strompreisen. Nach der Amortisation erzeugt die Anlage bis zu 15 Jahre lang reinen Gewinn.
AgNes Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom
Festlegungsverfahren der
Bundesnetzagentur zur Reform der Netzentgeltsystematik. Hintergrund: Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektroautos verändern das Netznutzungsverhalten. Haushalte mit hohem
Eigenverbrauch zahlen heute wenig Netzentgelt, nutzen das Netz aber weiterhin. AgNes soll diese Schieflage korrigieren. Finaler Festlegungsentwurf: 6. August 2026, Stellungnahmen bis 18. September 2026. Rahmenfestlegung: Ende 2026, Folgefestlegungen 2027. Die neue Systematik ersetzt ab 2029 die Stromnetzentgeltverordnung.
Autarkiegrad / Selbstversorgungsgrad
Anteil des gesamten Strombedarfs, den ein Haushalt selbst aus seiner PV-Anlage deckt, ohne Netzbezug. Ohne Speicher liegt der Autarkiegrad meist bei
25 bis 35 Prozent, mit passend dimensioniertem Speicher bei
60 bis 70 Prozent. Nicht zu verwechseln mit dem
Eigenverbrauch: Der Autarkiegrad misst die Unabhängigkeit vom Netz, der Eigenverbrauch den selbst genutzten Anteil der Erzeugung.
aWATTar
Österreichisch-deutscher Stromanbieter mit stündlich variablem Strompreis (HOURLY-Tarif). Der Preis richtet sich direkt nach dem EPEX-Spot-Börsenkurs – ohne Aufschlag auf den Marktpreis. Keine monatliche Grundgebühr, monatlich kündbar. Besonders attraktiv für Haushalte mit PV-Anlage, Speicher oder Wallbox, die ihren Verbrauch in günstige Stunden verlagern können.
B
BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Bundesbehörde, die u.a. BEG-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen bewilligt. Seit 2024 läuft die Heizungsförderung (BEG EM) über die KfW (Programm 458). Der Zuschuss beträgt 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten (max. 28.000 €, max. 19.600 € Zuschuss; mit dem höchsten Einkommensbonus 80 % oder 22.400 €). Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
Balkonkraftwerk / Steckersolaranlage
Kleine PV-Anlage mit bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung für Balkon, Terrasse oder Garten. Wird direkt per Schuko-Stecker in die Haushaltssteckdose eingestöpselt. Seit 2024 gilt eine vereinfachte Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Jährlicher Ertrag: ca. 500–700 kWh, Einsparung ca. 150–200 €/Jahr. Amortisation typisch 3–4 Jahre.
BEG Bundesförderung für effiziente Gebäude
Das zentrale staatliche Förderprogramm für energetische Sanierungen und Heizungsmodernisierungen. Administered durch BAFA (Investitionszuschüsse) und KfW (Kredite). Beinhaltet die Einzelmaßnahmen-Förderung (BEG EM) für Heizungsaustausch, Dämmung und Fenster sowie die Gebäudehüllen-Förderung. Der Heizungs-Basisbonus beträgt 30 %, plus Einkommensbonus (40, 30 oder 10 %) und Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) – maximal 70 % auf 28.000 € förderfähige Kosten, mit dem höchsten Einkommensbonus 80 %.
BEHG Brennstoffemissionshandelsgesetz
Regelt den nationalen deutschen CO₂-Preis auf Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe. 2025: 55 €/t CO₂ (Festpreis). 2026 wird der Preis erstmals versteigert, im Korridor 55 bis 65 €/t (Festpreis-Nachverkauf 68 €). Ab 2028 gehen diese Brennstoffe in den europäischen ETS 2 über, wo Preise von 50 bis 150 €/t CO₂ bis 2035 prognostiziert werden. Betrifft direkt die Heizkosten: 1 t CO₂ entspricht bei Gas ca. 5.000 kWh Verbrauch, ein typisches Einfamilienhaus zahlt dadurch ca. 200 bis 280 €/Jahr CO₂-Aufschlag.
Bio-Treppe Bio-Brennstoff-Beimischungspflicht nach GModG
Stufenweise Pflicht zur Beimischung klimaneutraler Brennstoffe in neu eingebaute fossile Heizungen nach dem
GModG. Stufen nach Paragraf 43 GModG:
10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Akzeptiert werden Biomethan, Bioheizöl oder grüner Wasserstoff. Im Mietverhältnis werden die Mehrkosten der ersten drei Stufen 50/50 zwischen Vermieter und Mieter geteilt (Koalitionseinigung 29.04.2026, Kabinettsbeschluss 13.05.2026).
BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz
Regelt den Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigung,
Lärm und Erschütterungen. Relevant für Wärmepumpen-Aufstellung: Die Anlage muss die Immissionsrichtwerte nach
TA Lärm einhalten.
BHKW Blockheizkraftwerk
Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung: erzeugt gleichzeitig elektrischen Strom und Nutzwärme aus einem Brennstoff (meist Erdgas, Biogas oder Wasserstoff). Elektrischer Wirkungsgrad ca. 25–33 %, Wärmenutzungsgrad ca. 50–60 %, Gesamtwirkungsgrad bis 90 %. Für Einfamilienhäuser meist zu groß – wirtschaftlich ab Mehrfamilienhaus oder gewerblichem Einsatz.
C
C-Rate
Ladeleistung relativ zur Batteriekapazität. 1C = Vollladung in einer Stunde. V2H-Wallboxen arbeiten typisch bei 0,18C – schonend für die Batterie. Hohe C-Raten (2C+) beschleunigen das Laden, erhöhen aber die Degradation.
CfD Contract for Difference / zweiseitiger Differenzvertrag
Fördervertrag zwischen Anlagenbetreiber und Staat mit festem Referenzpreis (anzulegender Wert) pro kWh. Liegt der Marktpreis darunter, stockt der Staat die Differenz auf; liegt er darüber, zahlt der Betreiber den Überschuss zurück (Clawback). Anders als die einseitige gleitende Marktprämie der
Direktvermarktung wirkt der CfD in beide Richtungen. Artikel 19d der Verordnung (EU) 2024/1747 schreibt diese Form ab dem
17. Juli 2027 für neue staatlich geförderte Wind-, Solar-, Geothermie- und Wasserkraftanlagen vor. Kleine Dachanlagen unter 25 kWp sind ausdrücklich ausgenommen; der deutsche EEG-Entwurf sieht die Rückzahlung erst ab 100 kW vor (Entwurfsstand, Kabinettsbeschluss im Juni 2026 vertagt).
COP Coefficient of Performance
Momentane Effizienz einer Wärmepumpe: COP 4 bedeutet, dass 1 kWh Strom 4 kWh Wärme erzeugt. Der COP ist stark temperaturabhängig – bei -10 °C Außentemperatur sinkt er auf 2–2,5, bei +7 °C steigt er auf 4–5. Im Gegensatz zur JAZ (Jahresarbeitszahl) ist der COP eine Momentaufnahme, keine Jahresdurchschnittsgröße.
D
dB(A) Dezibel (A-gewichtet)
Maßeinheit für Lautstärke, angepasst an das menschliche Hörempfinden.
+10 dB(A) = doppelt so laut wahrgenommen. Typische Wärmepumpen-Außeneinheiten: 45–55 dB(A) am Gerät, 30–35 dB(A) in 3 m Entfernung. Nacht-Grenzwert in Wohngebieten: 35 dB(A) nach
TA Lärm.
Degradation
Natürliche Leistungsabnahme von PV-Modulen über die Zeit, verursacht durch UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und chemische Veränderungen in den Solarzellen. Typische Rate: 0,3–0,5 % pro Jahr. Nach 25 Jahren sind noch ca. 85–90 % der ursprünglichen Nennleistung vorhanden. Gute Hersteller garantieren <0,4 % Degradation/Jahr. Bei der Ertragsberechnung sollte Degradation eingerechnet werden.
Degression
Die gesetzlich festgelegte, schrittweise Absenkung der
Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen. Seit 2023 sinken die Sätze halbjährlich, jeweils zum
1. Februar und 1. August, um rund 1 Prozent. Maßgeblich ist der Inbetriebnahmezeitpunkt: Der dann gültige Satz bleibt 20 Jahre fest. Zum 1. August 2026 sinkt der Satz für Anlagen bis 10 kWp von aktuell 7,70 ct/kWh erneut leicht.
Direktvermarktung
Verkauf von Solarstrom an der Strombörse
EPEX Spot über einen Dienstleister statt fester
Einspeisevergütung. Bislang Pflicht erst ab 100 kWp. Der Referentenentwurf zum EEG 2027 sieht vor, dass auch neue Kleinanlagen bis 25 kWp in die Direktvermarktung müssen. Für eine typische Dachanlage rechnet sich das laut PV2027-Studie bislang kaum: rund
250 Euro Markterlös pro Jahr stehen etwa
160 Euro Dienstleisterkosten plus Mess- und Steuerungstechnik gegenüber.
E
Ecodesign EU-Ökodesign-Vorgaben
EU-Vorgaben mit Effizienz- und Schallgrenzwerten für Wärmepumpen und andere energieverbrauchsrelevante Produkte. Seit dem
1. Januar 2026 fördert die
KfW 458 Luft-Wärmepumpen nur noch, wenn ihr
Schallleistungspegel mindestens
10 dB unter dem Ecodesign-Grenzwert liegt. Bis Ende 2025 reichten 5 dB.
EEX European Energy Exchange
Strombörse in Leipzig, an der ab
1. Juli 2026 die wöchentlichen
nEHS-CO₂-Versteigerungen stattfinden (mittwochs). Die Auktion ersetzt den bis 2025 geltenden Festpreis; gehandelt wird im Korridor 55 bis 65 €/t.
EnWG Energiewirtschaftsgesetz
Zentrales Gesetz für den deutschen Energiemarkt. Seit 2026 werden E-Autos regulatorisch wie stationäre Speicher behandelt – doppelte Netzentgelte entfallen. §14a EnWG regelt steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen) und ermöglicht reduzierte Netzentgelte.
Eigenverbrauch
Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird – ohne Einspeisung ins Netz. Eigenverbrauchter Strom spart den vollen Strombezugspreis (~32 ct/kWh), während eingespeister Strom nur mit der Einspeisevergütung (~8 ct/kWh) vergütet wird. Mit Speicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil von ca. 30 % (ohne Speicher) auf 60–80 % erhöhen.
Einspeisevergütung
Gesetzlich garantierter Preis pro kWh für Solarstrom, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird (EEG). Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027: 7,70 ct/kWh Überschuss bzw. 12,22 ct/kWh Volleinspeisung für Anlagen bis 10 kWp, danach halbjährliche Degression. Wird für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert. Da der Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoller ist (rund 32 ct/kWh gespart gegenüber der Einspeisung), lohnt sich maximaler Eigenverbrauch.
EPBD europäische Gebäuderichtlinie / Energy Performance of Buildings Directive
EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Sie ebnet den Weg zum
Nullemissionsgebäude und wird in Deutschland über das
GModG umgesetzt. Erste Umsetzungsregelungen greifen laut Gesetz
rund sechs Monate nach der Verkündung des GModG, also etwa Ende Januar 2027 (Artikel 2).
EPEX Spot
Europäische Strombörse (European Power Exchange) für kurzfristigen Stromhandel. Der
Day-Ahead-Markt legt täglich die Stundenpreise für den Folgetag fest. Dynamische Stromtarife (
Tibber,
aWATTar,
Ostrom) leiten ihre Preise direkt aus dem EPEX-Kurs ab. Zu Zeiten überschüssiger Wind- und Solarenergie können Preise sogar negativ werden.
EU-ETS 2 europäischer Emissionshandel für Gebäude und Verkehr
Ab
1. Januar 2028 (verschoben von 2027, EU-Verordnung 2026/667) europaweites marktbasiertes Bepreisungssystem, das das nationale
nEHS ablöst. Es gibt keinen nationalen Preiskorridor mehr; der Preis bildet sich am Markt, Schätzungen für den Start liegen bei
50 bis 90 €/t CO₂.
J
JAZ Jahresarbeitszahl
Effizienzmaß für Wärmepumpen über ein ganzes Jahr. JAZ 3,5 bedeutet: im Jahresdurchschnitt erzeugt 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme. Die JAZ ist immer niedriger als der momentane COP, da sie Anlauf-, Abtau- und Übergangsphasen einschließt. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen JAZ 3,0–4,0, Erwärmepumpen 4,0–5,0. Relevant für den BEG-Förderantrag.
K
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
Staatliche deutsche Förderbank, die zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse für Energie, Wohnen und Infrastruktur vergibt. Im Energiebereich relevant: KfW 458 (Heizungsförderung BEG EM, bis 70 % Zuschuss), KfW 270 (Kredit für Erneuerbare Energien), KfW 261 (Sanierungskredit). Anträge laufen über die Hausbank oder direkt über das KfW-Portal.
KfW 458 Heizungsförderung für Privatpersonen Eigentumshaus
Bundeszuschuss für den Wechsel zu klimafreundlichen Heizungen, vor allem
Wärmepumpen. Maximalsatz
70 % der förderfähigen Kosten (gedeckelt bei 28.000 €, also max. 19.600 € Zuschuss je Wohneinheit; mit dem höchsten Einkommensbonus 80 % oder 22.400 €). Zusammensetzung seit der BEG-Reform vom 21.07.2026: 30 % Grundförderung + 16 %
Klimageschwindigkeitsbonus + 40, 30 oder 10 % Einkommensbonus (zvE bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €/Jahr). Der Effizienzbonus für natürliche Kältemittel wie
R290 und der Emissionsminderungszuschlag sind ersatzlos entfallen. Der Antrag muss
vor Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachhandwerker gestellt werden – sonst verfällt die Förderung komplett. Seit 01.01.2026 zusätzliche Schallregel: nur Luft-Wärmepumpen mit Schallleistungspegel 10 dB unter EU-Ökodesign-Grenzwert.
Klimageschwindigkeitsbonus / Klimabonus
Förderzusatz innerhalb der
KfW 458:
16 Prozent zusätzlich zur Grundförderung für Selbstnutzer, die eine alte Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine über 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung austauschen. Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 sind es 16 statt 20 Prozent. Der Bonus sinkt erstmals zum
1. Februar 2027 und danach halbjährlich zum 1. Februar und 1. August um jeweils 4 Prozentpunkte, zum 1. August 2028 entfällt er ganz. Maßgeblich ist das Antragsdatum.
kWh Kilowattstunde
Maßeinheit für Energiemengen. 1 kWh = 1.000 Watt × 1 Stunde. Ein durchschnittlicher Haushalt (4 Personen) verbraucht ca. 3.500–4.500 kWh Strom/Jahr. Eine 10-kWp-PV-Anlage erzeugt ca. 9.000–10.500 kWh/Jahr in Deutschland. 1 kWh Strom kostet im Haushalt ca. 28–32 ct (2025).
kWp Kilowatt-Peak
Maßeinheit für die Nennleistung einer PV-Anlage unter Standardtestbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, AM 1.5 Spektrum). Bestimmt die Anlagengröße. Faustregel: 1 kWp = 1 m² Modulfläche (modernes Modul), erzeugt ca. 900–1.100 kWh/Jahr in Mitteleuropa. Für ein typisches Einfamilienhaus 8–12 kWp empfohlen.
Kältemittel
Arbeitsmedium im Kältekreislauf der Wärmepumpe. Gängige Typen:
R-290 (Propan) – klimafreundlich,
GWP 3; R-32 – GWP 675; R-410A – GWP 2.088, wird ab 2027 schrittweise eingeschränkt (EU-Verordnung 2024/573).
Kompressor
Herzstück der Wärmepumpe: Verdichtet das Kältemittel und erhöht so dessen Temperatur.
Ein Austausch kostet 3.000–6.000 €. Moderne
Inverter-Kompressoren arbeiten leiser und effizienter als ältere Ein/Aus-Modelle.
Körperschall
Schallübertragung durch feste Materialien (Boden, Fundament, Wände). Erzeugt tieffrequentes Brummen – oft störender als Luftschall. Lösung: Schwingungsdämpfer unter der Außeneinheit, entkoppelte Aufstellung auf separatem Betonsockel.
N
nEHS nationales Emissionshandelssystem
Seit 2021 geltendes deutsches Handelssystem für CO₂ aus Brennstoffen für Wärme und Verkehr (Gas, Heizöl, Benzin, Diesel). Verwaltet von der
DEHSt im Umweltbundesamt. Bis 2025 galt ein Festpreis (2025:
55 €/t), ab 2026 wird im Korridor
55 bis 65 €/t versteigert, ab 2028 geht das System in den
EU-ETS 2 über. Rechtsgrundlage ist das
BEHG.
Netzanschlusspaket Teil des Kabinettsbeschlusses vom 29. Juli 2026
Gemeinsam mit der EEG-Novelle 2027 am 29. Juli 2026 als Regierungsentwurf beschlossenes Maßnahmenpaket, das die Kosten des Netzausbaus dämpfen soll (noch kein geltendes Recht). Kernpunkte: In sogenannten Hot-Spot-Regionen entfällt befristet auf
sechs Jahre die Entschädigung bei
Abregelung, der Ertragsverlust ist auf höchstens
20 Prozent des Jahresstromertrags gedeckelt (18 Prozent in Windvorranggebieten). Die Netzkapazität wird künftig an typischen Einspeiseprofilen statt an seltenen Einspeisespitzen bemessen. Hintergrund sind Redispatch-Kosten von über
3 Milliarden Euro pro Jahr.
Netzentgelte
Gebühren für die Nutzung der Stromübertragungs- und Verteilnetze, die Verbraucher und Einspeiser entrichten. Machen heute rund
30 Prozent der Haushaltsstromrechnung aus. Setzen sich aus Arbeits- und Grundpreis sowie Mess- und Betriebskosten zusammen. Reguliert durch die Bundesnetzagentur. Im Reformverfahren
AgNes (Stand 2026) wird geprüft, ob Haushalte mit eigener PV-Anlage und hohem
Eigenverbrauch einen höheren Grundpreis zahlen sollen.
Netzorientierte Steuerung / netzdienliche Steuerung, § 14a EnWG
Befugnis des Netzbetreibers nach § 14a
EnWG, die Leistung
steuerbarer Verbrauchseinrichtungen bei drohender Überlastung des Ortsnetzes vorübergehend zu reduzieren. Es geht ausdrücklich um Drosseln, nicht Abschalten: Eine Mindestleistung von
4,2 kW bleibt garantiert, mit der eine Wärmepumpe weiterheizt und ein E-Auto langsam weiterlädt. Solche Eingriffe sind selten und zeitlich eng begrenzt. Voraussetzung ist ein
Smart Meter mit
Gateway. Gilt seit 1. Januar 2024.
NMC Nickel-Mangan-Cobalt
Kathodenchemie für E-Auto-Batterien mit
hoher Energiedichte, aber begrenzter Zyklenfestigkeit (1.000–2.000 Zyklen). Leichter als
LFP, dafür empfindlicher bei Tiefentladung und hohen Temperaturen. Verbreitet bei Tesla, BMW, Mercedes.
Nulleinspeisung
PV-Betrieb ohne Abgabe von Strom ins öffentliche Netz: Der
Wechselrichter drosselt die Produktion, sobald Haushalt und Speicher versorgt sind. Freiwillig sinnvoll bei ausgeförderten Anlagen mit Speicher oder im Inselbetrieb. Als gesetzlicher Zwang dagegen teuer: Laut PV2027-Studie verpuffen so rund
69 Prozent des Jahresertrags einer typischen 10-kW-Anlage, die Stromkosten aus der Anlage steigen von 10 auf über 30 ct/kWh.
Nullemissionsgebäude Gebäudestandard nach EPBD und GModG
Gebäudestandard mit sehr geringem Energiebedarf, der vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird und am Standort keine fossilen Emissionen verursacht. Das seit dem 29. Juli 2026 geltende
GModG führt ihn gestaffelt ein:
ab 2028 für behördliche Gebäude und
ab 2030 für alle übrigen Gebäude, verbunden mit einer Evaluierung des Gesetzes. Grundlage ist die europäische Gebäuderichtlinie
EPBD.
Nullsteuersatz / 0 % Mehrwertsteuer auf PV
Seit
1. Januar 2023 gilt nach § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz ein Umsatzsteuersatz von
0 Prozent auf Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen und Stromspeichern bis
30 kWp auf oder an Wohngebäuden. Käufer zahlen nur den Nettopreis und sparen rund
19 Prozent, ohne einen Antrag stellen zu müssen. Betreiber gelten üblicherweise als Kleinunternehmer und führen keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch ab.
S
Schalldruckpegel
Lautstärke, die an einem bestimmten Punkt ankommt (in
dB). Nimmt mit Entfernung ab – ca.
−6 dB pro Abstandsverdopplung im Freifeld. Entscheidend für die Einhaltung der
Immissionsrichtwerte am Nachbarfenster.
Schallleistungspegel
Gesamte Schallenergie, die ein Gerät abstrahlt (in dB). Steht im
Datenblatt der Wärmepumpe – sagt allein nichts über die Lautstärke am Nachbarfenster. Dafür muss der
Schalldruckpegel in der jeweiligen Entfernung berechnet werden.
SCOP Seasonal Coefficient of Performance
Saisonale Leistungszahl nach Norm EN 14825: die durchschnittliche Effizienz einer Wärmepumpe über eine komplette Heizsaison, gemessen unter Normbedingungen auf dem Prüfstand. SCOP 3,8 bedeutet: 1 kWh Strom liefert im Saisonmittel
3,8 kWh Wärme. Oft mit Vorlauftemperatur angegeben, etwa SCOP55 für 55 °C Vorlauf. Im Unterschied zum
COP (Momentaufnahme) bildet der SCOP die ganze Saison ab; im Unterschied zur
JAZ (real im Gebäude gemessen) bleibt er ein Laborwert.
SOC State of Charge
Aktueller Ladestand der Batterie in Prozent.
Optimales Betriebsfenster für Langlebigkeit: 20–80 %. Viele Heimspeicher und E-Autos mit
LFP-Chemie vertragen auch regelmäßige Vollladung besser als
NMC-Zellen.
SPI System Performance Index
Kennzahl der HTW Berlin für die Gesamteffizienz eines Photovoltaik-Speichersystems. Der SPI bewertet
Wechselrichter, Batterie,
Standby-Verbrauch und Regelungsverhalten zusammen, nicht ein einzelnes Bauteil. Bewertet wird in den Leistungsklassen
5 kW und 10 kW, das Ergebnis zusätzlich in Effizienzklassen von A bis G. Spitzenwert der Stromspeicher-Inspektion 2026:
97 Prozent, Schlusslicht 89,3 Prozent.
Spitzenpegel
Kurzzeitige Geräuschspitzen (z.B.
Kompressor-Anlauf). Dürfen den Richtwert um max.
30 dB(A) tags und 20 dB(A) nachts überschreiten. Inverter-gesteuerte Wärmepumpen erzeugen deutlich geringere Anlaufspitzen.
Split-System
Wärmepumpe mit getrennter Innen- und Außeneinheit, verbunden durch Kältemittelleitungen. Häufigste Bauform bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Vorteil: Flexible Platzierung der Außeneinheit für optimalen Schallschutz.
Smart Meter / Intelligenter Stromzähler
Digitaler Stromzähler mit Echtzeitkommunikation, der Verbrauchsdaten im Viertelstundentakt übermittelt. Ab 2025 Pflicht für: Verbraucher >6.000 kWh/Jahr, PV-Anlagen >6 kW, Wallboxen und Wärmepumpen. Voraussetzung für dynamische Stromtarife (Tibber, aWATTar). Einbau kostet ca. 20–50 €/Jahr Messstellenbetrieb, übernimmt der Netzbetreiber.
Smart-Meter-Gateway SMGW
Kommunikationsmodul im
intelligenten Messsystem, das die Messdaten verschlüsselt an Netzbetreiber und Messstellenbetreiber überträgt und das Steuersignal für die
netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG technisch umsetzt. Nach BSI-Schutzprofil zertifiziert. Erst das Gateway macht aus einer modernen Messeinrichtung ein vollwertiges intelligentes Messsystem, umgangssprachlich einen
Smart Meter.
Standby-Verbrauch
Dauerhafte Leistungsaufnahme eines Batteriespeichers im Bereitschaftsbetrieb. Sie fällt rund um die Uhr an und geht direkt vom
Eigenverbrauchsvorteil ab. Spanne in der Stromspeicher-Inspektion 2026:
4 Watt bei den sparsamsten Geräten,
64 Watt beim Schlusslicht.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung § 14a EnWG
Elektrisches Gerät mit mehr als
4,2 kW Netzanschlussleistung, das der Netzbetreiber nach § 14a
EnWG netzorientiert steuern darf: Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage oder Batteriespeicher. Muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Im Gegenzug gibt es reduzierte
Netzentgelte. Bei drohender Netzüberlastung darf die Leistung vorübergehend gedrosselt werden, eine Mindestleistung von 4,2 kW bleibt aber immer garantiert. Gilt seit 1. Januar 2024.
T
TA Lärm Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm
Zentrale Verwaltungsvorschrift mit
Lärmgrenzwerten für technische Anlagen in Deutschland. Definiert Immissionsrichtwerte nach Gebietstyp und Tageszeit. Für Wärmepumpen entscheidend: Reines Wohngebiet nachts max. 35
dB(A).
Teileinspeisung / Überschusseinspeisung
Standard-Betriebsart einer Dach-PV-Anlage: Der Haushalt nutzt den Solarstrom zuerst selbst (
Eigenverbrauch), nur der nicht genutzte Überschuss fließt ins Netz. Vergütung bis 10 kWp:
7,70 ct/kWh (Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027), zuvor 7,78 ct. Wirtschaftlich meist deutlich attraktiver als die
Volleinspeisung, weil jede selbst genutzte kWh rund 35 ct Haushaltsstrompreis spart statt nur der Einspeisevergütung.
Tibber
Norwegischer Stromanbieter mit dynamischem Tarif: Der Strompreis ändert sich stündlich nach dem EPEX-Dänmarkurs. Besonderheit: Tibber-App zeigt günstige Ladezeiten für E-Auto und Speicher an und kann Geräte automatisch steuern (Smart Home-Integration). Gut kombinierbar mit PV + Speicher + Wallbox. Smart Meter erforderlich, monatlich kündbar.
V
VDE Verband der Elektrotechnik
Erstellt technische Normen für die Elektrotechnik. VDE-AR-N 4105 regelt den Netzanschluss von Erzeugungsanlagen (PV, Speicher). Seit 2026 regelt die VDE-AR-N 4105:2026-03 auch bidirektionales Laden bundeseinheitlich.
VDI 2035
Richtlinie zur Heizwasserqualität: Regelt Härte, pH-Wert und Sauerstoffgehalt. Wichtig für die Lebensdauer von Wärmepumpe und Heizkörpern. Bei Nichtbeachtung kann der Garantieanspruch verfallen.
Verdampfer
Wärmetauscher an der Außeneinheit, der Umgebungswärme aufnimmt und das Kältemittel verdampft. Muss regelmäßig von Laub und Staub gereinigt werden – Verschmutzung senkt die Effizienz um bis zu 10 %.
Volleinspeisung
PV-Betriebsart, bei der der komplette Solarstrom ins Netz eingespeist und nichts selbst verbraucht wird. Dafür gilt ein höherer Vergütungssatz: bis 10 kWp
12,22 ct/kWh (Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027) gegenüber 7,70 ct/kWh bei
Überschusseinspeisung. Sinnvoll nur, wenn kaum
Eigenverbrauch möglich ist, etwa auf einem reinen Produktionsdach. Die Betriebsart wird vor Inbetriebnahme festgelegt und beim Netzbetreiber gemeldet.
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizungswassers beim Verlassen der Wärmepumpe. Je niedriger (30–40 °C ideal), desto effizienter arbeitet die WP. Fußbodenheizung: 30–35 °C, Niedertemperatur-Heizkörper: 45–55 °C. Pro 1 °C niedrigerer Vorlauftemperatur steigt die Effizienz um ca. 2,5 %.
V2G Vehicle-to-Grid
Erweiterung von
V2H: Das Elektroauto speist Strom nicht nur ins Haus, sondern bei Bedarf ins
öffentliche Stromnetz zurück. Ermöglicht Vergütungserlöse für Netzdienstleistungen. In Deutschland noch in der Pilotphase (2025), benötigt bidirektionale Wallbox und kompatibles Fahrzeug (z.B. Nissan Leaf, BYD, VW ID. ab Modell 2025).
V2H Vehicle-to-Home
Technologie, bei der ein Elektroauto als mobiler Hausspeicher fungiert: Die im Fahrzeugakku gespeicherte Energie wird über eine bidirektionale Wallbox ins Hausnetz zurückgespeist. Ein 60-kWh-Akku kann einen Haushalt 3–5 Tage versorgen. Sinnvoll in Kombination mit PV-Anlage. Benötigt bidirektionale Wallbox (ab ca. 2.000–4.000 €) und V2H-fähiges Fahrzeug.
W
Wärmenetz / Nah- oder Fernwärme
Leitungsgebundene Wärmeversorgung mehrerer Gebäude aus einer zentralen Quelle, auch Nah- oder Fernwärme genannt. Der Anschluss ist in mehreren kommunalen Programmen förderfähig, in Hamburg 2026 allerdings über ein separates Modul mit eigenem Budget.
Wärmepumpe
Heizung, die Umgebungswärme (aus Luft, Erdreich oder Grundwasser) auf ein höheres Temperaturniveau hebt. Arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank. Benötigt für 1 kWh Wärme nur 0,25–0,33 kWh Strom (COP 3–4). Typen: Luft-Wasser (am häufigsten, günstiger Einbau), Erd-Wärme (höhere Effizienz, teurerer Einbau), Wasser-Wasser. Förderung bis 70 % über BEG/BAFA.
Wallbox
Wandmontierte Ladestation für Elektrofahrzeuge. Lädt mit 11 kW (3-phasig) oder 22 kW (3-phasig), deutlich schneller als eine Haushaltssteckdose (2,3 kW). Ladezeit: 0→100 % bei 60-kWh-Akku – ca. 6 h mit 11-kW-Wallbox. Kosten inkl. Installation: 1.000–2.500 €. Förderung über KfW 442 (200 € Zuschuss) möglich. Tipp: Kombi mit PV-Überschussladen spart erheblich.
Wechselrichter Inverter
Herzstück jeder PV-Anlage: wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in netzkompatiblen Wechselstrom (AC, 230 V / 50 Hz) um. Wirkungsgrad moderner Geräte: 97–99 %. Typen: Stringwechselrichter (1 Gerät für alle Module), Mikrowechselrichter (1 Gerät pro Modul, teurer aber flexibler) und Hybridwechselrichter (inkl. Speicher-Management). Lebensdauer: 10–15 Jahre, Ersatzkosten ca. 800–2.000 €.