Energie-Glossar

Alle Fachbegriffe rund um Photovoltaik, Wärmepumpe, Wallbox und Förderung – verständlich erklärt.

ABCD EGHI JKLM NOPRS TUVW
A
Abregelung / Einspeisereduzierung bei Netzengpass
Vorübergehende Drosselung einer Wind- oder Solaranlage durch den Netzbetreiber, wenn das Netz die erzeugte Strommenge nicht aufnehmen kann. Bislang erhalten Betreiber dafür eine Entschädigung. Das Netzanschlusspaket (Regierungsentwurf vom 29. Juli 2026, noch kein geltendes Recht) streicht diese Entschädigung in sogenannten Hot-Spot-Regionen, befristet auf sechs Jahre. Der Ertragsverlust bleibt dabei auf höchstens 20 Prozent des Jahresstromertrags begrenzt.
Amortisation / Amortisationszeit
Der Zeitraum, bis eine Investition durch ihre Einsparungen oder Erträge vollständig zurückgezahlt ist. Bei einer PV-Anlage ergibt sich die Amortisationszeit aus Anschaffungskosten geteilt durch jährliche Stromeinsparung plus Einspeisevergütung. Typisch: 8–12 Jahre bei heutigen Strompreisen. Nach der Amortisation erzeugt die Anlage bis zu 15 Jahre lang reinen Gewinn.
AgNes Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom
Festlegungsverfahren der Bundesnetzagentur zur Reform der Netzentgeltsystematik. Hintergrund: Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektroautos verändern das Netznutzungsverhalten. Haushalte mit hohem Eigenverbrauch zahlen heute wenig Netzentgelt, nutzen das Netz aber weiterhin. AgNes soll diese Schieflage korrigieren. Finaler Festlegungsentwurf: 6. August 2026, Stellungnahmen bis 18. September 2026. Rahmenfestlegung: Ende 2026, Folgefestlegungen 2027. Die neue Systematik ersetzt ab 2029 die Stromnetzentgeltverordnung.
Autarkiegrad / Selbstversorgungsgrad
Anteil des gesamten Strombedarfs, den ein Haushalt selbst aus seiner PV-Anlage deckt, ohne Netzbezug. Ohne Speicher liegt der Autarkiegrad meist bei 25 bis 35 Prozent, mit passend dimensioniertem Speicher bei 60 bis 70 Prozent. Nicht zu verwechseln mit dem Eigenverbrauch: Der Autarkiegrad misst die Unabhängigkeit vom Netz, der Eigenverbrauch den selbst genutzten Anteil der Erzeugung.
aWATTar
Österreichisch-deutscher Stromanbieter mit stündlich variablem Strompreis (HOURLY-Tarif). Der Preis richtet sich direkt nach dem EPEX-Spot-Börsenkurs – ohne Aufschlag auf den Marktpreis. Keine monatliche Grundgebühr, monatlich kündbar. Besonders attraktiv für Haushalte mit PV-Anlage, Speicher oder Wallbox, die ihren Verbrauch in günstige Stunden verlagern können.
B
BAFA Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
Bundesbehörde, die u.a. BEG-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen bewilligt. Seit 2024 läuft die Heizungsförderung (BEG EM) über die KfW (Programm 458). Der Zuschuss beträgt 30 bis 70 % der förderfähigen Kosten (max. 28.000 €, max. 19.600 € Zuschuss; mit dem höchsten Einkommensbonus 80 % oder 22.400 €). Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
Balkonkraftwerk / Steckersolaranlage
Kleine PV-Anlage mit bis zu 800 Watt Wechselrichterleistung für Balkon, Terrasse oder Garten. Wird direkt per Schuko-Stecker in die Haushaltssteckdose eingestöpselt. Seit 2024 gilt eine vereinfachte Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Jährlicher Ertrag: ca. 500–700 kWh, Einsparung ca. 150–200 €/Jahr. Amortisation typisch 3–4 Jahre.
BEG Bundesförderung für effiziente Gebäude
Das zentrale staatliche Förderprogramm für energetische Sanierungen und Heizungsmodernisierungen. Administered durch BAFA (Investitionszuschüsse) und KfW (Kredite). Beinhaltet die Einzelmaßnahmen-Förderung (BEG EM) für Heizungsaustausch, Dämmung und Fenster sowie die Gebäudehüllen-Förderung. Der Heizungs-Basisbonus beträgt 30 %, plus Einkommensbonus (40, 30 oder 10 %) und Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) – maximal 70 % auf 28.000 € förderfähige Kosten, mit dem höchsten Einkommensbonus 80 %.
BEHG Brennstoffemissionshandelsgesetz
Regelt den nationalen deutschen CO₂-Preis auf Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe. 2025: 55 €/t CO₂ (Festpreis). 2026 wird der Preis erstmals versteigert, im Korridor 55 bis 65 €/t (Festpreis-Nachverkauf 68 €). Ab 2028 gehen diese Brennstoffe in den europäischen ETS 2 über, wo Preise von 50 bis 150 €/t CO₂ bis 2035 prognostiziert werden. Betrifft direkt die Heizkosten: 1 t CO₂ entspricht bei Gas ca. 5.000 kWh Verbrauch, ein typisches Einfamilienhaus zahlt dadurch ca. 200 bis 280 €/Jahr CO₂-Aufschlag.
Bio-Treppe Bio-Brennstoff-Beimischungspflicht nach GModG
Stufenweise Pflicht zur Beimischung klimaneutraler Brennstoffe in neu eingebaute fossile Heizungen nach dem GModG. Stufen nach Paragraf 43 GModG: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040. Akzeptiert werden Biomethan, Bioheizöl oder grüner Wasserstoff. Im Mietverhältnis werden die Mehrkosten der ersten drei Stufen 50/50 zwischen Vermieter und Mieter geteilt (Koalitionseinigung 29.04.2026, Kabinettsbeschluss 13.05.2026).
BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz
Regelt den Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigung, Lärm und Erschütterungen. Relevant für Wärmepumpen-Aufstellung: Die Anlage muss die Immissionsrichtwerte nach TA Lärm einhalten.
BHKW Blockheizkraftwerk
Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung: erzeugt gleichzeitig elektrischen Strom und Nutzwärme aus einem Brennstoff (meist Erdgas, Biogas oder Wasserstoff). Elektrischer Wirkungsgrad ca. 25–33 %, Wärmenutzungsgrad ca. 50–60 %, Gesamtwirkungsgrad bis 90 %. Für Einfamilienhäuser meist zu groß – wirtschaftlich ab Mehrfamilienhaus oder gewerblichem Einsatz.
C
C-Rate
Ladeleistung relativ zur Batteriekapazität. 1C = Vollladung in einer Stunde. V2H-Wallboxen arbeiten typisch bei 0,18C – schonend für die Batterie. Hohe C-Raten (2C+) beschleunigen das Laden, erhöhen aber die Degradation.
CfD Contract for Difference / zweiseitiger Differenzvertrag
Fördervertrag zwischen Anlagenbetreiber und Staat mit festem Referenzpreis (anzulegender Wert) pro kWh. Liegt der Marktpreis darunter, stockt der Staat die Differenz auf; liegt er darüber, zahlt der Betreiber den Überschuss zurück (Clawback). Anders als die einseitige gleitende Marktprämie der Direktvermarktung wirkt der CfD in beide Richtungen. Artikel 19d der Verordnung (EU) 2024/1747 schreibt diese Form ab dem 17. Juli 2027 für neue staatlich geförderte Wind-, Solar-, Geothermie- und Wasserkraftanlagen vor. Kleine Dachanlagen unter 25 kWp sind ausdrücklich ausgenommen; der deutsche EEG-Entwurf sieht die Rückzahlung erst ab 100 kW vor (Entwurfsstand, Kabinettsbeschluss im Juni 2026 vertagt).
COP Coefficient of Performance
Momentane Effizienz einer Wärmepumpe: COP 4 bedeutet, dass 1 kWh Strom 4 kWh Wärme erzeugt. Der COP ist stark temperaturabhängig – bei -10 °C Außentemperatur sinkt er auf 2–2,5, bei +7 °C steigt er auf 4–5. Im Gegensatz zur JAZ (Jahresarbeitszahl) ist der COP eine Momentaufnahme, keine Jahresdurchschnittsgröße.
D
dB(A) Dezibel (A-gewichtet)
Maßeinheit für Lautstärke, angepasst an das menschliche Hörempfinden. +10 dB(A) = doppelt so laut wahrgenommen. Typische Wärmepumpen-Außeneinheiten: 45–55 dB(A) am Gerät, 30–35 dB(A) in 3 m Entfernung. Nacht-Grenzwert in Wohngebieten: 35 dB(A) nach TA Lärm.
Degradation
Natürliche Leistungsabnahme von PV-Modulen über die Zeit, verursacht durch UV-Strahlung, Temperaturschwankungen und chemische Veränderungen in den Solarzellen. Typische Rate: 0,3–0,5 % pro Jahr. Nach 25 Jahren sind noch ca. 85–90 % der ursprünglichen Nennleistung vorhanden. Gute Hersteller garantieren <0,4 % Degradation/Jahr. Bei der Ertragsberechnung sollte Degradation eingerechnet werden.
Degression
Die gesetzlich festgelegte, schrittweise Absenkung der Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen. Seit 2023 sinken die Sätze halbjährlich, jeweils zum 1. Februar und 1. August, um rund 1 Prozent. Maßgeblich ist der Inbetriebnahmezeitpunkt: Der dann gültige Satz bleibt 20 Jahre fest. Zum 1. August 2026 sinkt der Satz für Anlagen bis 10 kWp von aktuell 7,70 ct/kWh erneut leicht.
Direktvermarktung
Verkauf von Solarstrom an der Strombörse EPEX Spot über einen Dienstleister statt fester Einspeisevergütung. Bislang Pflicht erst ab 100 kWp. Der Referentenentwurf zum EEG 2027 sieht vor, dass auch neue Kleinanlagen bis 25 kWp in die Direktvermarktung müssen. Für eine typische Dachanlage rechnet sich das laut PV2027-Studie bislang kaum: rund 250 Euro Markterlös pro Jahr stehen etwa 160 Euro Dienstleisterkosten plus Mess- und Steuerungstechnik gegenüber.
E
Ecodesign EU-Ökodesign-Vorgaben
EU-Vorgaben mit Effizienz- und Schallgrenzwerten für Wärmepumpen und andere energieverbrauchsrelevante Produkte. Seit dem 1. Januar 2026 fördert die KfW 458 Luft-Wärmepumpen nur noch, wenn ihr Schallleistungspegel mindestens 10 dB unter dem Ecodesign-Grenzwert liegt. Bis Ende 2025 reichten 5 dB.
EEX European Energy Exchange
Strombörse in Leipzig, an der ab 1. Juli 2026 die wöchentlichen nEHS-CO₂-Versteigerungen stattfinden (mittwochs). Die Auktion ersetzt den bis 2025 geltenden Festpreis; gehandelt wird im Korridor 55 bis 65 €/t.
EnWG Energiewirtschaftsgesetz
Zentrales Gesetz für den deutschen Energiemarkt. Seit 2026 werden E-Autos regulatorisch wie stationäre Speicher behandelt – doppelte Netzentgelte entfallen. §14a EnWG regelt steuerbare Verbrauchseinrichtungen (Wärmepumpen, Wallboxen) und ermöglicht reduzierte Netzentgelte.
Eigenverbrauch
Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt verbraucht wird – ohne Einspeisung ins Netz. Eigenverbrauchter Strom spart den vollen Strombezugspreis (~32 ct/kWh), während eingespeister Strom nur mit der Einspeisevergütung (~8 ct/kWh) vergütet wird. Mit Speicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil von ca. 30 % (ohne Speicher) auf 60–80 % erhöhen.
Einspeisevergütung
Gesetzlich garantierter Preis pro kWh für Solarstrom, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird (EEG). Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027: 7,70 ct/kWh Überschuss bzw. 12,22 ct/kWh Volleinspeisung für Anlagen bis 10 kWp, danach halbjährliche Degression. Wird für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert. Da der Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoller ist (rund 32 ct/kWh gespart gegenüber der Einspeisung), lohnt sich maximaler Eigenverbrauch.
EPBD europäische Gebäuderichtlinie / Energy Performance of Buildings Directive
EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Sie ebnet den Weg zum Nullemissionsgebäude und wird in Deutschland über das GModG umgesetzt. Erste Umsetzungsregelungen greifen laut Gesetz rund sechs Monate nach der Verkündung des GModG, also etwa Ende Januar 2027 (Artikel 2).
EPEX Spot
Europäische Strombörse (European Power Exchange) für kurzfristigen Stromhandel. Der Day-Ahead-Markt legt täglich die Stundenpreise für den Folgetag fest. Dynamische Stromtarife (Tibber, aWATTar, Ostrom) leiten ihre Preise direkt aus dem EPEX-Kurs ab. Zu Zeiten überschüssiger Wind- und Solarenergie können Preise sogar negativ werden.
EU-ETS 2 europäischer Emissionshandel für Gebäude und Verkehr
Ab 1. Januar 2028 (verschoben von 2027, EU-Verordnung 2026/667) europaweites marktbasiertes Bepreisungssystem, das das nationale nEHS ablöst. Es gibt keinen nationalen Preiskorridor mehr; der Preis bildet sich am Markt, Schätzungen für den Start liegen bei 50 bis 90 €/t CO₂.
G
GModG Gebäudemodernisierungsgesetz
Nachfolgegesetz des GEG 2024. Kabinettsbeschluss am 13. Mai 2026, Verabschiedung durch Bundestag und Bundesrat am 10. Juli 2026, Verkündung im Bundesgesetzblatt am 28. Juli 2026 (Nr. 226/2026), Inkrafttreten der ersten Regelungen am 29. Juli 2026. Kernpunkt: Die 65-Prozent-Erneuerbare-Pflicht beim Heizungstausch ist entfallen, Gas- und Ölheizungen sind wieder zulässig. Ab 2029 greift die Bio-Treppe. Weitere Teile treten gestaffelt bis 2030 in Kraft. Die KfW 458 ist davon unabhängig, wurde aber zum 21. Juli 2026 gekürzt.
GWP Global Warming Potential
Treibhauspotenzial eines Kältemittels im Vergleich zu CO₂. R-290 (Propan): GWP 3 (klimafreundlich), R-32: GWP 675, R-410A: GWP 2.088. Die EU F-Gase-Verordnung 2024/573 beschränkt Kältemittel mit hohem GWP schrittweise.
H
Heizkurve
Einstellung der Wärmepumpe, die die Vorlauftemperatur an die Außentemperatur koppelt. Eine korrekt eingestellte Heizkurve spart 5–15 % Strom. Zu steil = unnötig hohe Vorlauftemperatur; zu flach = Haus wird nicht warm.
I
Immissionsrichtwert
Maximal erlaubter Lärmpegel am nächsten schutzbedürftigen Gebäude (z.B. Nachbarfenster). Laut TA Lärm: Allgemeines Wohngebiet tags 55 dB(A), nachts 40 dB(A). Reines Wohngebiet: tags 50, nachts 35 dB(A).
Intelligentes Messsystem iMSys
Digitaler Stromzähler (moderne Messeinrichtung) plus Smart-Meter-Gateway zur sicheren Datenübertragung, umgangssprachlich Smart Meter. Pflicht ab 6.000 kWh Jahresverbrauch, bei PV-Anlagen über 7 kW sowie für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Rechtsgrundlage ist das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG).
Inverter / invertergesteuert
Drehzahlregelung des Kompressors einer Wärmepumpe – passt die Leistung stufenlos an den Bedarf an. Leiser und effizienter als Ein/Aus-Betrieb. Heute Standard bei hochwertigen Wärmepumpen.
J
JAZ Jahresarbeitszahl
Effizienzmaß für Wärmepumpen über ein ganzes Jahr. JAZ 3,5 bedeutet: im Jahresdurchschnitt erzeugt 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme. Die JAZ ist immer niedriger als der momentane COP, da sie Anlauf-, Abtau- und Übergangsphasen einschließt. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen JAZ 3,0–4,0, Erwärmepumpen 4,0–5,0. Relevant für den BEG-Förderantrag.
K
KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau
Staatliche deutsche Förderbank, die zinsgünstige Kredite und Investitionszuschüsse für Energie, Wohnen und Infrastruktur vergibt. Im Energiebereich relevant: KfW 458 (Heizungsförderung BEG EM, bis 70 % Zuschuss), KfW 270 (Kredit für Erneuerbare Energien), KfW 261 (Sanierungskredit). Anträge laufen über die Hausbank oder direkt über das KfW-Portal.
KfW 458 Heizungsförderung für Privatpersonen Eigentumshaus
Bundeszuschuss für den Wechsel zu klimafreundlichen Heizungen, vor allem Wärmepumpen. Maximalsatz 70 % der förderfähigen Kosten (gedeckelt bei 28.000 €, also max. 19.600 € Zuschuss je Wohneinheit; mit dem höchsten Einkommensbonus 80 % oder 22.400 €). Zusammensetzung seit der BEG-Reform vom 21.07.2026: 30 % Grundförderung + 16 % Klimageschwindigkeitsbonus + 40, 30 oder 10 % Einkommensbonus (zvE bis 30.000, 40.000 oder 50.000 €/Jahr). Der Effizienzbonus für natürliche Kältemittel wie R290 und der Emissionsminderungszuschlag sind ersatzlos entfallen. Der Antrag muss vor Liefer- oder Leistungsvertrag mit dem Fachhandwerker gestellt werden – sonst verfällt die Förderung komplett. Seit 01.01.2026 zusätzliche Schallregel: nur Luft-Wärmepumpen mit Schallleistungspegel 10 dB unter EU-Ökodesign-Grenzwert.
Klimageschwindigkeitsbonus / Klimabonus
Förderzusatz innerhalb der KfW 458: 16 Prozent zusätzlich zur Grundförderung für Selbstnutzer, die eine alte Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine über 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung austauschen. Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 sind es 16 statt 20 Prozent. Der Bonus sinkt erstmals zum 1. Februar 2027 und danach halbjährlich zum 1. Februar und 1. August um jeweils 4 Prozentpunkte, zum 1. August 2028 entfällt er ganz. Maßgeblich ist das Antragsdatum.
kWh Kilowattstunde
Maßeinheit für Energiemengen. 1 kWh = 1.000 Watt × 1 Stunde. Ein durchschnittlicher Haushalt (4 Personen) verbraucht ca. 3.500–4.500 kWh Strom/Jahr. Eine 10-kWp-PV-Anlage erzeugt ca. 9.000–10.500 kWh/Jahr in Deutschland. 1 kWh Strom kostet im Haushalt ca. 28–32 ct (2025).
kWp Kilowatt-Peak
Maßeinheit für die Nennleistung einer PV-Anlage unter Standardtestbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, AM 1.5 Spektrum). Bestimmt die Anlagengröße. Faustregel: 1 kWp = 1 m² Modulfläche (modernes Modul), erzeugt ca. 900–1.100 kWh/Jahr in Mitteleuropa. Für ein typisches Einfamilienhaus 8–12 kWp empfohlen.
Kältemittel
Arbeitsmedium im Kältekreislauf der Wärmepumpe. Gängige Typen: R-290 (Propan) – klimafreundlich, GWP 3; R-32 – GWP 675; R-410A – GWP 2.088, wird ab 2027 schrittweise eingeschränkt (EU-Verordnung 2024/573).
Kompressor
Herzstück der Wärmepumpe: Verdichtet das Kältemittel und erhöht so dessen Temperatur. Ein Austausch kostet 3.000–6.000 €. Moderne Inverter-Kompressoren arbeiten leiser und effizienter als ältere Ein/Aus-Modelle.
Körperschall
Schallübertragung durch feste Materialien (Boden, Fundament, Wände). Erzeugt tieffrequentes Brummen – oft störender als Luftschall. Lösung: Schwingungsdämpfer unter der Außeneinheit, entkoppelte Aufstellung auf separatem Betonsockel.
L
LFP Lithiumeisenphosphat
Batteriechemie mit 3.000–4.000 Zyklen, thermisch stabil und ideal für bidirektionales Laden (V2H/V2G). Geringere Energiedichte als NMC, dafür längere Lebensdauer und höhere Sicherheit. Standard bei Heimspeichern.
M
MiSpeL
Marktintegrationsregeln für Speicher und Ladepunkte: Das Festlegungsverfahren der Bundesnetzagentur soll die Abrechnung bidirektionaler Ladevorgänge vereinfachen und die rechtssichere Rückspeisung aus E-Auto-Batterien ins Netz ermöglichen. Wirksamwerden zum 1. Oktober 2026 geplant, Stand Arbeitsstand vom 5. August 2026.
N
nEHS nationales Emissionshandelssystem
Seit 2021 geltendes deutsches Handelssystem für CO₂ aus Brennstoffen für Wärme und Verkehr (Gas, Heizöl, Benzin, Diesel). Verwaltet von der DEHSt im Umweltbundesamt. Bis 2025 galt ein Festpreis (2025: 55 €/t), ab 2026 wird im Korridor 55 bis 65 €/t versteigert, ab 2028 geht das System in den EU-ETS 2 über. Rechtsgrundlage ist das BEHG.
Netzanschlusspaket Teil des Kabinettsbeschlusses vom 29. Juli 2026
Gemeinsam mit der EEG-Novelle 2027 am 29. Juli 2026 als Regierungsentwurf beschlossenes Maßnahmenpaket, das die Kosten des Netzausbaus dämpfen soll (noch kein geltendes Recht). Kernpunkte: In sogenannten Hot-Spot-Regionen entfällt befristet auf sechs Jahre die Entschädigung bei Abregelung, der Ertragsverlust ist auf höchstens 20 Prozent des Jahresstromertrags gedeckelt (18 Prozent in Windvorranggebieten). Die Netzkapazität wird künftig an typischen Einspeiseprofilen statt an seltenen Einspeisespitzen bemessen. Hintergrund sind Redispatch-Kosten von über 3 Milliarden Euro pro Jahr.
Netzentgelte
Gebühren für die Nutzung der Stromübertragungs- und Verteilnetze, die Verbraucher und Einspeiser entrichten. Machen heute rund 30 Prozent der Haushaltsstromrechnung aus. Setzen sich aus Arbeits- und Grundpreis sowie Mess- und Betriebskosten zusammen. Reguliert durch die Bundesnetzagentur. Im Reformverfahren AgNes (Stand 2026) wird geprüft, ob Haushalte mit eigener PV-Anlage und hohem Eigenverbrauch einen höheren Grundpreis zahlen sollen.
Netzorientierte Steuerung / netzdienliche Steuerung, § 14a EnWG
Befugnis des Netzbetreibers nach § 14a EnWG, die Leistung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen bei drohender Überlastung des Ortsnetzes vorübergehend zu reduzieren. Es geht ausdrücklich um Drosseln, nicht Abschalten: Eine Mindestleistung von 4,2 kW bleibt garantiert, mit der eine Wärmepumpe weiterheizt und ein E-Auto langsam weiterlädt. Solche Eingriffe sind selten und zeitlich eng begrenzt. Voraussetzung ist ein Smart Meter mit Gateway. Gilt seit 1. Januar 2024.
NMC Nickel-Mangan-Cobalt
Kathodenchemie für E-Auto-Batterien mit hoher Energiedichte, aber begrenzter Zyklenfestigkeit (1.000–2.000 Zyklen). Leichter als LFP, dafür empfindlicher bei Tiefentladung und hohen Temperaturen. Verbreitet bei Tesla, BMW, Mercedes.
Nulleinspeisung
PV-Betrieb ohne Abgabe von Strom ins öffentliche Netz: Der Wechselrichter drosselt die Produktion, sobald Haushalt und Speicher versorgt sind. Freiwillig sinnvoll bei ausgeförderten Anlagen mit Speicher oder im Inselbetrieb. Als gesetzlicher Zwang dagegen teuer: Laut PV2027-Studie verpuffen so rund 69 Prozent des Jahresertrags einer typischen 10-kW-Anlage, die Stromkosten aus der Anlage steigen von 10 auf über 30 ct/kWh.
Nullemissionsgebäude Gebäudestandard nach EPBD und GModG
Gebäudestandard mit sehr geringem Energiebedarf, der vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird und am Standort keine fossilen Emissionen verursacht. Das seit dem 29. Juli 2026 geltende GModG führt ihn gestaffelt ein: ab 2028 für behördliche Gebäude und ab 2030 für alle übrigen Gebäude, verbunden mit einer Evaluierung des Gesetzes. Grundlage ist die europäische Gebäuderichtlinie EPBD.
Nullsteuersatz / 0 % Mehrwertsteuer auf PV
Seit 1. Januar 2023 gilt nach § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent auf Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen und Stromspeichern bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden. Käufer zahlen nur den Nettopreis und sparen rund 19 Prozent, ohne einen Antrag stellen zu müssen. Betreiber gelten üblicherweise als Kleinunternehmer und führen keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch ab.
O
Ostrom
Deutscher Stromanbieter mit dynamischem Stromtarif. Stündliche Preisanpassung auf Basis des EPEX-Day-Ahead-Kurses plus festem Aufschlag. Monatlich kündbar, Smart Meter erforderlich. Optimal kombinierbar mit PV-Anlage: Tagsüber Eigenverbrauch aus Solar, nachts flexibel bei günstigen Börsenpreisen laden.
P
Prosumer Producer + Consumer
Haushalt oder Betrieb, der Strom zugleich selbst erzeugt (z.B. per PV-Anlage) und verbraucht. Charakteristisch: hoher Eigenverbrauch, reduzierter Netzbezug, gelegentliche Einspeisung ins öffentliche Netz. Prosumer nutzen das Netz als Puffer, zahlen durch sinkenden Netzbezug aber weniger Netzentgelte – eine Schieflage, die die BNetzA-Reform AgNes adressiert.
Photovoltaik PV
Technologie zur direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom mittels Solarzellen aus Halbleitermaterial (meist Silizium). Ein PV-System besteht aus Modulen, Wechselrichter, Montagestruktur und ggf. Speicher. Wirkungsgrad handelsüblicher Module: 20–23 %. Kosten 2025: ca. 1.000–1.400 €/kWp (schlüsselfertig). Nutzungsdauer: 25–30 Jahre.
R
R290 Propan (natürliches Kältemittel)
Natürliches Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP 3, verglichen mit R-410A: GWP 2.088). Wird in modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen eingesetzt, ist leicht entzündlich, daher mit Sicherheitskonzept verbaut (Außenaufstellung üblich). Ab 1. Januar 2028 sind nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie R290 über KfW 458 förderfähig. Hersteller wie Stiebel Eltron, Daikin und Vaillant haben R290-Modelle bereits am Markt.
S
Schalldruckpegel
Lautstärke, die an einem bestimmten Punkt ankommt (in dB). Nimmt mit Entfernung ab – ca. −6 dB pro Abstandsverdopplung im Freifeld. Entscheidend für die Einhaltung der Immissionsrichtwerte am Nachbarfenster.
Schallleistungspegel
Gesamte Schallenergie, die ein Gerät abstrahlt (in dB). Steht im Datenblatt der Wärmepumpe – sagt allein nichts über die Lautstärke am Nachbarfenster. Dafür muss der Schalldruckpegel in der jeweiligen Entfernung berechnet werden.
SCOP Seasonal Coefficient of Performance
Saisonale Leistungszahl nach Norm EN 14825: die durchschnittliche Effizienz einer Wärmepumpe über eine komplette Heizsaison, gemessen unter Normbedingungen auf dem Prüfstand. SCOP 3,8 bedeutet: 1 kWh Strom liefert im Saisonmittel 3,8 kWh Wärme. Oft mit Vorlauftemperatur angegeben, etwa SCOP55 für 55 °C Vorlauf. Im Unterschied zum COP (Momentaufnahme) bildet der SCOP die ganze Saison ab; im Unterschied zur JAZ (real im Gebäude gemessen) bleibt er ein Laborwert.
SOC State of Charge
Aktueller Ladestand der Batterie in Prozent. Optimales Betriebsfenster für Langlebigkeit: 20–80 %. Viele Heimspeicher und E-Autos mit LFP-Chemie vertragen auch regelmäßige Vollladung besser als NMC-Zellen.
SPI System Performance Index
Kennzahl der HTW Berlin für die Gesamteffizienz eines Photovoltaik-Speichersystems. Der SPI bewertet Wechselrichter, Batterie, Standby-Verbrauch und Regelungsverhalten zusammen, nicht ein einzelnes Bauteil. Bewertet wird in den Leistungsklassen 5 kW und 10 kW, das Ergebnis zusätzlich in Effizienzklassen von A bis G. Spitzenwert der Stromspeicher-Inspektion 2026: 97 Prozent, Schlusslicht 89,3 Prozent.
Spitzenpegel
Kurzzeitige Geräuschspitzen (z.B. Kompressor-Anlauf). Dürfen den Richtwert um max. 30 dB(A) tags und 20 dB(A) nachts überschreiten. Inverter-gesteuerte Wärmepumpen erzeugen deutlich geringere Anlaufspitzen.
Split-System
Wärmepumpe mit getrennter Innen- und Außeneinheit, verbunden durch Kältemittelleitungen. Häufigste Bauform bei Luft-Wasser-Wärmepumpen. Vorteil: Flexible Platzierung der Außeneinheit für optimalen Schallschutz.
Smart Meter / Intelligenter Stromzähler
Digitaler Stromzähler mit Echtzeitkommunikation, der Verbrauchsdaten im Viertelstundentakt übermittelt. Ab 2025 Pflicht für: Verbraucher >6.000 kWh/Jahr, PV-Anlagen >6 kW, Wallboxen und Wärmepumpen. Voraussetzung für dynamische Stromtarife (Tibber, aWATTar). Einbau kostet ca. 20–50 €/Jahr Messstellenbetrieb, übernimmt der Netzbetreiber.
Smart-Meter-Gateway SMGW
Kommunikationsmodul im intelligenten Messsystem, das die Messdaten verschlüsselt an Netzbetreiber und Messstellenbetreiber überträgt und das Steuersignal für die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG technisch umsetzt. Nach BSI-Schutzprofil zertifiziert. Erst das Gateway macht aus einer modernen Messeinrichtung ein vollwertiges intelligentes Messsystem, umgangssprachlich einen Smart Meter.
Standby-Verbrauch
Dauerhafte Leistungsaufnahme eines Batteriespeichers im Bereitschaftsbetrieb. Sie fällt rund um die Uhr an und geht direkt vom Eigenverbrauchsvorteil ab. Spanne in der Stromspeicher-Inspektion 2026: 4 Watt bei den sparsamsten Geräten, 64 Watt beim Schlusslicht.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung § 14a EnWG
Elektrisches Gerät mit mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung, das der Netzbetreiber nach § 14a EnWG netzorientiert steuern darf: Wärmepumpe, Wallbox, Klimaanlage oder Batteriespeicher. Muss beim Netzbetreiber angemeldet werden. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Bei drohender Netzüberlastung darf die Leistung vorübergehend gedrosselt werden, eine Mindestleistung von 4,2 kW bleibt aber immer garantiert. Gilt seit 1. Januar 2024.
T
TA Lärm Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm
Zentrale Verwaltungsvorschrift mit Lärmgrenzwerten für technische Anlagen in Deutschland. Definiert Immissionsrichtwerte nach Gebietstyp und Tageszeit. Für Wärmepumpen entscheidend: Reines Wohngebiet nachts max. 35 dB(A).
Teileinspeisung / Überschusseinspeisung
Standard-Betriebsart einer Dach-PV-Anlage: Der Haushalt nutzt den Solarstrom zuerst selbst (Eigenverbrauch), nur der nicht genutzte Überschuss fließt ins Netz. Vergütung bis 10 kWp: 7,70 ct/kWh (Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027), zuvor 7,78 ct. Wirtschaftlich meist deutlich attraktiver als die Volleinspeisung, weil jede selbst genutzte kWh rund 35 ct Haushaltsstrompreis spart statt nur der Einspeisevergütung.
Tibber
Norwegischer Stromanbieter mit dynamischem Tarif: Der Strompreis ändert sich stündlich nach dem EPEX-Dänmarkurs. Besonderheit: Tibber-App zeigt günstige Ladezeiten für E-Auto und Speicher an und kann Geräte automatisch steuern (Smart Home-Integration). Gut kombinierbar mit PV + Speicher + Wallbox. Smart Meter erforderlich, monatlich kündbar.
U
Übergangszahlung befristete Zahlung im Übergang zur Direktvermarktung
Im Regierungsentwurf zur EEG-Novelle 2027 (Kabinettsbeschluss vom 29. Juli 2026, noch kein geltendes Recht) vorgesehene befristete Zahlung, die den Wechsel von der festen Einspeisevergütung zur Direktvermarktung abfedern soll. Höhe und Laufzeit sind offiziell noch nicht festgelegt, maßgeblich ist der finale Gesetzestext. Nicht zu verwechseln mit der Übergangsvergütung, der Anschlussvergütung für ausgeförderte Post-EEG-Anlagen.
V
VDE Verband der Elektrotechnik
Erstellt technische Normen für die Elektrotechnik. VDE-AR-N 4105 regelt den Netzanschluss von Erzeugungsanlagen (PV, Speicher). Seit 2026 regelt die VDE-AR-N 4105:2026-03 auch bidirektionales Laden bundeseinheitlich.
VDI 2035
Richtlinie zur Heizwasserqualität: Regelt Härte, pH-Wert und Sauerstoffgehalt. Wichtig für die Lebensdauer von Wärmepumpe und Heizkörpern. Bei Nichtbeachtung kann der Garantieanspruch verfallen.
Verdampfer
Wärmetauscher an der Außeneinheit, der Umgebungswärme aufnimmt und das Kältemittel verdampft. Muss regelmäßig von Laub und Staub gereinigt werden – Verschmutzung senkt die Effizienz um bis zu 10 %.
Volleinspeisung
PV-Betriebsart, bei der der komplette Solarstrom ins Netz eingespeist und nichts selbst verbraucht wird. Dafür gilt ein höherer Vergütungssatz: bis 10 kWp 12,22 ct/kWh (Inbetriebnahme 1. August 2026 bis 31. Januar 2027) gegenüber 7,70 ct/kWh bei Überschusseinspeisung. Sinnvoll nur, wenn kaum Eigenverbrauch möglich ist, etwa auf einem reinen Produktionsdach. Die Betriebsart wird vor Inbetriebnahme festgelegt und beim Netzbetreiber gemeldet.
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizungswassers beim Verlassen der Wärmepumpe. Je niedriger (30–40 °C ideal), desto effizienter arbeitet die WP. Fußbodenheizung: 30–35 °C, Niedertemperatur-Heizkörper: 45–55 °C. Pro 1 °C niedrigerer Vorlauftemperatur steigt die Effizienz um ca. 2,5 %.
V2G Vehicle-to-Grid
Erweiterung von V2H: Das Elektroauto speist Strom nicht nur ins Haus, sondern bei Bedarf ins öffentliche Stromnetz zurück. Ermöglicht Vergütungserlöse für Netzdienstleistungen. In Deutschland noch in der Pilotphase (2025), benötigt bidirektionale Wallbox und kompatibles Fahrzeug (z.B. Nissan Leaf, BYD, VW ID. ab Modell 2025).
V2H Vehicle-to-Home
Technologie, bei der ein Elektroauto als mobiler Hausspeicher fungiert: Die im Fahrzeugakku gespeicherte Energie wird über eine bidirektionale Wallbox ins Hausnetz zurückgespeist. Ein 60-kWh-Akku kann einen Haushalt 3–5 Tage versorgen. Sinnvoll in Kombination mit PV-Anlage. Benötigt bidirektionale Wallbox (ab ca. 2.000–4.000 €) und V2H-fähiges Fahrzeug.
W
Wärmenetz / Nah- oder Fernwärme
Leitungsgebundene Wärmeversorgung mehrerer Gebäude aus einer zentralen Quelle, auch Nah- oder Fernwärme genannt. Der Anschluss ist in mehreren kommunalen Programmen förderfähig, in Hamburg 2026 allerdings über ein separates Modul mit eigenem Budget.
Wärmepumpe
Heizung, die Umgebungswärme (aus Luft, Erdreich oder Grundwasser) auf ein höheres Temperaturniveau hebt. Arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank. Benötigt für 1 kWh Wärme nur 0,25–0,33 kWh Strom (COP 3–4). Typen: Luft-Wasser (am häufigsten, günstiger Einbau), Erd-Wärme (höhere Effizienz, teurerer Einbau), Wasser-Wasser. Förderung bis 70 % über BEG/BAFA.
Wallbox
Wandmontierte Ladestation für Elektrofahrzeuge. Lädt mit 11 kW (3-phasig) oder 22 kW (3-phasig), deutlich schneller als eine Haushaltssteckdose (2,3 kW). Ladezeit: 0→100 % bei 60-kWh-Akku – ca. 6 h mit 11-kW-Wallbox. Kosten inkl. Installation: 1.000–2.500 €. Förderung über KfW 442 (200 € Zuschuss) möglich. Tipp: Kombi mit PV-Überschussladen spart erheblich.
Wechselrichter Inverter
Herzstück jeder PV-Anlage: wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in netzkompatiblen Wechselstrom (AC, 230 V / 50 Hz) um. Wirkungsgrad moderner Geräte: 97–99 %. Typen: Stringwechselrichter (1 Gerät für alle Module), Mikrowechselrichter (1 Gerät pro Modul, teurer aber flexibler) und Hybridwechselrichter (inkl. Speicher-Management). Lebensdauer: 10–15 Jahre, Ersatzkosten ca. 800–2.000 €.